| 8. März – Internationaler Frauentag |
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| Geschrieben von Corinna Dammann | |
| Monday, 08 March 2010 | |
Seit 1911 gibt es den Internationalen Frauentag, der in der Tradition proletarischer Frauenkämpfe steht. Eine wichtige Vertreterin der Frauenrechte war die Sozialistin Clara Zetkin (1857–1933), die als Pionierin der proletarischen Frauenbewegung in der alten Sozialdemokratie wichtige sozialpolitische Forderungen wie den 8-Stunden-Tag, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, das Wahlrecht für Frauen oder Urlaub für Schwangere aufstellte und später in der USPD und KPD für diese Ziele eintrat.Lesetip: Aufstand der Vernunft Band 7: WENN BARBIE UND KEN STREIKEN - Marxismus und Geschlechterverhältnis Seither konnten durch massiven Druck viele Rechte und Verbesserungen für die Frauen durchgesetzt werden. In weiten Bereichen hat sich aber wenig an der Benachteiligung geändert. Es gab und gibt jedoch nach wie vor viele verschiedene Frauenbewegungen mit unterschiedlichen Hintergründen und Zielen. Wie kann eine wirkliche Emanzipation aller Frauen erreicht werden? Emanzipation der Frau Die Emanzipation der Frau steht und fällt mit der Befreiung vom Kapitalismus und dem Ende der Ausbeutung der arbeitenden Klasse. Friedrich Engels stellte 1884 als erster einen Zusammenhang zwischen Privateigentum, Klassenherrschaft und Staat und damit eng verknüpft der Rolle und dem Status der Frau in der Gesellschaft her. Dazu stellt er einen historischen Rückblick an. Während der so genannten neolithischen Revolution vor ca. 15 000 Jahren änderten sich die Arbeits- und Produktionsweisen. Die nomadische Lebensweise wurde aufgegeben, mit dem Beginn von festen Siedlungen wurde die Vorratshaltung möglich. Ackerbau, Viehzucht und Handwerk führten zu gesellschaftlicher Arbeitsteilung. Später entwickelten sich mit zunehmender Überschussproduktion und dem Handel unterschiedlich bewertete Arbeitsbereiche. Die Arbeitsbereiche, die Mehrwert erzielten, waren von Männern besetzt, während die Frauen für soziale Aufgaben wie Kindererziehung und Güterproduktion zuständig waren. Damit wurde die Vormachtstellung des Mannes gefestigt und die Entrechtung der Frau besiegelt. Der Kapitalismus gründet sich auf die Ausbeutung der Arbeitskraft durch das Kapital. Das Kapital nutzt(e) die Situation der lohnabhängigen Menschen aus und spielt(e) innerhalb der Klasse des Proletariats Gruppen gegeneinander aus, um den Arbeitslohn weiter zu drücken und den Profit weiter zu erhöhen. So wurden und werden alle gegeneinander aufgebracht – Alte gegen Junge, Gelernte gegen Ungelernte und Frauen gegen Männer. Somit soll davon abgelenkt werden, wer die wahren Verursacher der prekären Lage der ArbeiterInnen sind. Daraus ergibt sich auch, dass der Kampf der Frauen um die Emanzipation von den Männern alleine nicht ausreicht, um eine nachhaltige Verbesserung ihrer Lage und Rechte herzustellen. Kampf der Geschlechter? Innerhalb des Kapitalismus wird es nur für einige Frauen (aus der Mittel- und Oberschicht) Rechte, finanzielle Absicherung und Unabhängigkeit, Bildung, etc. geben, nicht jedoch für Millionen Arbeiterinnen, prekär Beschäftigte, Alleinerziehende und arbeitslose Frauen. Bisherige Maßnahmen zur Förderung der Emanzipation von Frauen wie Quotenregelungen, gesetzliche Gleichstellung der Frau in sozialen, politischen und ökonomische Bereichen, „Girls`Day“ oder Gender Mainstreaming haben keine wirkliche Verbesserung der Lage aller Frauen oder eine höhere Beteiligung von Frauen in allen Lebensbereichen wie Politik und Beruf gebracht. Frauen sind immer noch stärker von Armut bedroht und sind in höher gestellten beruflichen Positionen und Politik eindeutig unterrepräsentiert. Sie haben Doppelbelastungen in Form von Arbeit und Haushalt und Kindererziehung zu ertragen und sind viel öfter finanziell abhängig von Ehemann, Eltern oder staatlichen Institutionen. Was soll daran gut sein, dass wir endlich eine Kanzlerin haben – nur um des weiblichen Geschlechtes willen? Denn Frau Merkel vertritt nicht die Positionen der arbeitenden bzw. arbeitslosen Frauen. Die von der Regierung geschaffenen Gesetze (Hartz, Steuerentlastung für Unternehmer, Mehrwertsteuererhöhung, ...) erschweren das Leben der im besten Fall abhängig beschäftigten (ansonsten arbeitslosen, prekär beschäftigten und vom Staat abhängigen) Bevölkerung, wobei der weibliche Teil vermehrt darunter zu leiden hat. Daher kann auch nur ein gemeinsamer Kampf der arbeitenden Klasse (Frauen und Männer) eine dauerhafte und wirkliche Verbesserung ihrer Klasse und auch eine Gleichstellung der weiblichen und männlichen Arbeiter erreichen. Im Kampf um Emanzipation gilt nicht der Schulterschluss aller Frauen – eine schreckliche Vorstellung, sich mit bürgerlichen Politikerinnen wie Angela Merkel und Silviana Koch-Mehrin (FDP) und Konsorten in eine Reihe zu stellen – sondern der Zusammenschluss aller Arbeiterinnen und unterprivilegierten Frauen. Es geht also um einen Kampf der Klassen und nicht einen Kampf der Geschlechter. Nur so können wir eine dauerhafte und wirkliche Verbesserung der Lage aller Arbeiterinnen und Arbeiter erreichen. Kampf dem Kapital, Arbeiterinnen vereinigt Euch! WENN BARBIE UND KEN STREIKEN - Marxismus und Geschlechterverhältnis Der neue Band unseres Theoriemagazins "Aufstand der Vernunft" ist dem |
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Seit 1911 gibt es den Internationalen Frauentag, der in der Tradition proletarischer Frauenkämpfe steht. Eine wichtige Vertreterin der Frauenrechte war die Sozialistin Clara Zetkin (1857–1933), die als Pionierin der proletarischen Frauenbewegung in der alten Sozialdemokratie wichtige sozialpolitische Forderungen wie den 8-Stunden-Tag, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, das Wahlrecht für Frauen oder Urlaub für Schwangere aufstellte und später in der USPD und KPD für diese Ziele eintrat.




