Pakistan: Beschäftigte der Energieversorgung kämpfen für die Verstaatlichung des Unternehmens

In der Karachi-Energieversorgungsfirma wird seit Monaten ein Arbeitskampf geführt. Das korrupte Management wird in seinem Krieg gegen die Beschäftigten von der Regierung unterstützt. Gleichzeitig leiden die Menschen in Karachi unter Stromausfällen und dem regelmäßigen Anstieg der Energiepreise. Am 24.Mai sind fast 10.000 ArbeiterInnen zum Sit-In gekommen.

In der Karachi-Energieversorgungsfirma wird seit Monaten ein Arbeitskampf geführt. Das korrupte Management wird in seinem Krieg gegen die Beschäftigten von der Regierung unterstützt. Gleichzeitig leiden die Menschen in Karachi unter Stromausfällen und dem regelmäßigen Anstieg der Energiepreise. Am 24.Mai sind fast 10.000 ArbeiterInnen zum Sit-In gekommen.

Das Sit-In vor dem Karachi Press Club und der Hungerstreik der KESC-ArbeiterInnen dauerten mehr als drei Wochen, aber das Management hat deren Forderungen noch nicht zugestimmt. Der Hungerstreik wurde mittlerweile unterbrochen, nachdem das Management Verhandlungen versprochen hat. Viele mussten während des Hungerstreiks ins Krankenhaus. Das Sit-In, das rund um die Uhr versammelt bleibt und an dem schon Tausende teilnahmen, bleibt bestehen.

Die PTUDC spielt eine wichtige Rolle in dem Arbeitskampf. In der vorhergehenden Auseinandersetzung im Januar, wo es um die Wiedereinstellung von 4600 gekündigten ArbeiterInnen ging, spielten die PTUDC-GenossInnen eine Schlüsselrolle. Schon damals haben RepräsentantInnen der PTUDC erklärt, dass der Kampf nicht vorbei ist, wenn die ArbeiterInnen wieder eingestellt sind, weil das Management andere Methoden suchen wird, um diese loszuwerden.

Genau das ist in den darauffolgenden Monaten passiert, als das Management VertragsarbeiterInnen angeheuert hat und diese die Arbeit der gekündigten KollegInnen erledigen sollten. Viele administrative Maßnahmen wurden getroffen. Diese sollten Entlassungen wegen falscher Beschuldigungen ermöglichen.

Gegen diesen Feldzug des Managements begannen die ArbeiterInnen zu protestieren. Die ArbeiterInnen fordern die Verstaatlichung der KESC unter ArbeiterInnenkontrolle. Sie argumentieren damit, dass die Politik der Privatisierung versagt habe: Die KESC kann die Bevölkerung Karachis nicht mit Strom versorgen und die Firma schafft es nicht einmal, die schon installierte Infrastruktur in Stand zu halten.
Die GenossInnen von der PTUDC unterstützen die ArbeiterInnen der KESC und verurteilen die Verbrechen des Managements und der Regierung. Sie haben während des Sit-Ins auch ein Flugblatt verteilt, das eine Resolution von tausenden ArbeiterInnen enthielt.

Am 1. Mai verwandelte sich das Sit-In in eine riesige öffentliche Versammlung, die von vielen führenden GewerkschafterInnen und der PPP Karachi besucht wurde, um deren Solidarität auszudrücken. Der Präsident der PPP Karachi, Najmi Alam; der Generalsekretär der PPP, Karachi Saeed Ghani; Khawaja Muhammad Awan, der zentrale Generalsekretär des Peoples Labour Bureau (ArbeiterInnenflügel der PPP) und andere unterstützen die Verstaatlichung der KESC. Auch Genosse Riaz Hussain Lund Baloch, der Vorsitzende der PTUDC, unterstützte die Forderungen der KESC-Beschäftigten und sagte, dass Verstaatlichung unter ArbeiterInnenkontrolle die einzige Lösung der aktuellen Krise sei.

Die Rede von Genossen Paras Jan, dem zentralen Informationssekretär der PTUDC, begeisterte die ArbeiterInnen und sie schätzten seine Haltung. Paras Jan verurteilte zuerst die neo-faschistische MQM und sagte, dass diese am 1. Mai dazu aufgerufen haben, die Straßen lahmzulegen. Dies sei geschehen, um den Tag der Arbeit zu sabotieren. Er kritisierte sie als Feinde der ArbeiterInnenklasse. Dann kritisierte er die PPP und ihre Politik der Aussöhnung, auch diese stehe gegen die Klasse. Er forderte die PPP-Führung auf, auf der Bühne präsent zu sein und die Koalition mit der PML(Q) und der MQM sofort zu beenden. Gesetzt den Fall, einige dieser hohen PolitikerInnen wollen, dass die KESC verstaatlicht wird, sollen sie eine Resolution der PPP Karachi verabschieden. Diese soll die Äußerung von Kanzler Geelani verurteilen, welcher Bhuttos Politik der Verstaatlichung als Fehler bezeichnet hatte. Außerdem beschuldigte Paras Jan auch alle früheren Verbündeten von Zia ul Haq, die jetzt Teil der PPP-Regierung sind.

Obwohl einige Parteigrößen der PPP beleidigt waren, unterstützten die ArbeiterInnen der KESC diese Position. Seit diesem Zeitpunkt spielt die PPP eine führende Rolle in diesem Kampf. Der Präsident der PTUDC Karachi und zugleich Informationssekretär der CBA-Gewerkschaft in KESC, Genosse Karamat, spielt dabei eine besonders wichtige Rolle.

Die PTUDC hat auch andere Gewerkschaften zur Solidarität mit dem KESC-Arbeitskampf aufgefordert und hat deshalb in Karachi ein vereinigtes Aktionskomitee ins Leben gerufen.

Proteste in dieser Sache wurden auch in Hyderabad, Multan, Lahore, Rawalpindi, Rawlakot und anderen Städten abgehalten, weitere sind in Sadiqabad, Rahim Yar Khan, Peshawar, Faisalabad, Sialkot und vielen Städten Sindhs geplant.

In Multan wurde am 23. Mai ein Solidaritätsprotest organisiert. GenossInnen und GewerkschafterInnen aus unterschiedlichen Betrieben haben an diesem teilgenommen und gefordert, dass die Forderungen der KESC-Bediensteten akzeptiert werden und dass die KESC verstaatlicht wird. So würde die Elektrizitätsversorgung ein Service für das Wohl der Menschen und nicht eine Profitquelle. Solle dies nicht geschehen, werden landesweit noch größere Demonstrationen abgehalten.
In Lahore fand am 22. Mai ein Protest statt. Der Demonstrationszug ging vom Saffan Walan Chowk in Mazang zum Regal Chowk in der Mall road. Viele AktivistInnen der PTUDC und GewerkschafterInnen nahmen an den Protesten teil und blockierten den Verkehr auf der Mall road. Der Gewerkschaftsveteran Amin Bhatti und der Rashid Khalid, Anführer der Bewegung junger Arbeitsloser, sprachen zu den Protestierenden und sagten, dass die Proteste bis zur Verstaatlichung von KESC andauern werden.

Wir fordern die ArbeiterInnen auf der ganzen Welt auf, ihre Solidarität mit der KESC-Belegschaft zum Ausdruck zu bringen.

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