Internationale Solidarität mit den ArbeiterInnen der besetzten Fabriken in Venezuela

Wir veröffentlichen einen Aufruf der FRETECO (Revolutionäre Einheitsfront der besetzten Betriebe) an die ArbeiterInnen in aller Welt, in dem sie einen Stopp der bürokratischen Sabotage gegen INVEVAL, die Verstaatlichung der besetzten Betriebe und einen Stopp der Repression gegen GewerkschafterInnen fordert.

Wir veröffentlichen einen Aufruf der FRETECO (Revolutionäre Einheitsfront der besetzten Betriebe) an die ArbeiterInnen in aller Welt, in dem sie einen Stopp der bürokratischen Sabotage gegen INVEVAL, die Verstaatlichung der besetzten Betriebe und einen Stopp der Repression gegen GewerkschafterInnen fordert.

Inveval

Bereits vor vier Jahren wurde der metallverarbeitende Betrieb INVEVAL in Venezuela verstaatlicht. Die ArbeiterInnen von INVEVAL leiten diese Fabrik seit vier Jahren unter ihrer Kontrolle und zeigen damit den Weg zum Sozialismus vor. Nach der Enteignung des Unternehmens im Jahr 2005 durch Präsident Chávez etablierten sie einen demokratischen Betriebsrat, der die Produktion leitet, gründeten eine Gewerkschaft, um Verbindungen zur Arbeiterbewegung aufrecht zu erhalten, vernetzten sich mit den Kommunalräten in Miranda, dem Bundesstaat, in dem sie agieren. Sie haben gemeinsam mit den ArbeiterInnen anderer besetzter oder verstaatlichter Betriebe (INAF, Gotcha, MDS, Vivex, SIDOR) auch die FRETECO gegründet.
Die Arbeiter von INVEVAL haben gezeigt, dass ArbeiterInnen einen Betrieb erfolgreich führen können. In den letzten vier Jahren haben die ArbeiterInnen die Firma in Schuss gehalten, für die Produktion von Ventilen ausgestattet und gleichzeitig alte Ventile Generalreparaturen unterzogen. Trotzdem war es ihnen nicht möglich mit der Produktion von neuen Ventilen zu beginnen, da Staatsbeamte ihnen ständig Steine in den Weg legten. Dies geschieht im krassen Gegensatz zu den von Präsident Chávez getroffenen Entscheidungen. Die Staatsbürokratie möchte verhindern, dass die Arbeiterkontrolle bei Inveval erfolgreich ist, um die Beispielwirkung auf andere Betriebe zu verhindern.
Sie versuchen Inveval ökonomisch zu strangulieren und verweigern dem Betrieb ein Budget für das Jahr 2009. Nicht einmal das Budget von 2008 wurde bisher ausbezahlt. Die Belegschaft von Inveval gab für dieses Verhalten keinen Anlass. De facto bedeutet dies, den Betrieb in Konkurs zu schicken. Ein sozialistischer Betrieb sollte Teil einer demokratisch geplanten Koordinierung mit anderen Staatsbetrieben sein und mit einem Budget zum Einkauf von Rohmaterialien, Finanzierung etc. ausgestattet sein.

Im vergangen Jahr verfügte Präsident Chávez die Firma Acerven in Tinaquillo zu enteignen. Acerven gießt die Rohlinge, welche Inveval für die Produktion neuer Ventile für die Erdölindustrie benötigt. Bis zum heutigen Tag wurde diese Verfügung von Chávez nicht umgesetzt. Bis zum heutigen Tag muss die Ölindustrie Ventile importieren. Das ist für einige Geschäftsleute ein sehr lukratives Geschäft, die wiederum auf die zuständigen Beamten Druck ausüben, damit sie Inveval Hürden aufbauen.

Die ganze Situation, die sich durch Ineffizienz und offene bürokratische Sabotage ausdrückt, bedeutet für die Belegschaft von Inveval enormen Druck. Vier Jahre nach der Enteignung verhindern Beamte des Ministeriums für Leichtindustrie und Handel (MILCO) und hohe Angestellte der staatlichen Erdölgesellschaft PDVSA die Umsetzung der Anweisungen von Präsident Chávez bezüglich Inveval, die es der Belegschaft ermöglichen würden, das Werk in vollem Umfang in Betrieb zu nehmen.

Gotcha, INAF, MDS, Vivex

Nach der Enteignung von Invepal und Inveval besetzten auch die ArbeiterInnen der Textilfabrik Gotcha, des Herstellers von Badezimmern INAF und des Transportunternehmens MDS, als Reaktion auf Angriffe seitens der Unternehmer auf ausstehende Sozialversicherungsbeiträge und die Stilllegung der Produktion, ihre Betriebe.

Diese Belegschaften haben mehrfach schon die Enteignung dieser Betriebe gefordert, doch bis zum heutigen Tag haben sie vom zuständigen Ministerium keine Antwort erhalten. Dabei handelt es sich um rund 150 ArbeiterInnen, die in den letzten 3 oder 4 Jahren unter sehr schwierigen Bedingungen den Widerstand nicht aufgegeben haben.

Und dann ist noch der Fall des Autozulieferbetriebs Vivex in Anzoátegui. Im November 2008 weigerte sich der Eigentümer den ArbeiterInnen den vollen Gehalt auszuzahlen, der ihnen per Gesetz zustehen würde. Nachdem Präsident Chávez die ArbeiterInnen dazu aufgerufen hatte, sie sollen die Betriebe besetzen, wenn ihnen ihre Rechte vorenthalten werden, haben mehr als 300 Vivex-ArbeiterInnen das Werk übernommen. Die Besetzung dauert jetzt schon mehr als 6 Monate an, in denen die ArbeiterInnen keinen Lohn bekommen haben. Eine Antwort von den mit dem Fall betrauten Beamten der Präsidentschaftskanzlei steht noch aus.

Es ist eine dringliche Notwendigkeit, die Enteignung dieser Betriebe einzufordern, denn nur so können diese Arbeitsplätze und das Einkommen von hunderten Familien gesichert werden.

Ermordung eines Gewerkschaftsführers bei Toyota

Die ArbeiterInnen bei Toyota, dem Autoproduzenten in Cumaná im Bundesstaat Sucre, sind in einem Arbeitskampf zur Verteidigung ihres Tarifvertrags. Außerdem solidarisierten sie sich mit dem Kampf ihrer KollegInnen von Mitsubishi in Anzoategui. Im Zuge dieses Arbeitskampfes besetzten sie auch ab dem 6. März 2009 für mehrere Wochen ihr Werk.

Am 5. Mai wurde der Generalsekretär der Gewerkschaft der ArbeiterInnen bei Toyota (Sintratoyota), Argenis Vazquez, auf dem Weg zu einer Verhandlung mit dem Management kaltblütig ermordet. Nach der Ermordung von drei UNT-Gewerkschaftsführern in Aragua im November 2008 und dem Mord an zwei Arbeitern im Mitsubishi-Werk in Anzoátegui im Januar 2009 durch die Polizei (ein Angriff, der gegen Felix Martínez, den Generalsekretär der Gewerkschaft bei Mitsubishi Singetram, gerichtet war) ist dies ein weiterer Fall, in dem ein kämpferischer Gewerkschafter ermordet wurde. Wir verlangen eine rasche und vollständige Aufklärung dieses Mordes. Die Verantwortlichen für dieses Verbrechen müssen vor Gericht gestellt werden.

Aus all diesen Gründen appellieren wir an die venezolanische Bevölkerung, die internationale Arbeiterklasse und all jene, die den Kampf der ArbeiterInnen für ihre Befreiung unterstützen, an Präsident Chávez eine Botschaft mit folgenden Forderungen zu schicken:

Modellresolution

Angesichts der Probleme, mit denen die ArbeiterInnen in den besetzten Betrieben in Venezuela konfrontiert sind, rufen wir Sie dazu auf, eine rasche Lösung entlang der folgenden Punkte zu finden:
  1. Enteignung von Acerven unter Arbeiterkontrolle
  2. Inveval darf nicht dem kapitalistischen Markt überlassen werden. Inveval muss als Teil eines Produktionsplans mit der PDVSA und dem Ministerium für Wissenschaft und Technologie für 2008 und 2009 ein Budget erhalten.
  3. Stopp der bürokratischen Sabotage gegen Inveval – die Behörden müssen die Anweisungen von Präsident Chávez umsetzen.
  4. Enteignung von Gotcha, INAF, MDS and Vivex – für die Verteidigung der Arbeitsplätze und der Lebensgrundlage von hunderten Familien.
  5. Stopp den Morden an Gewerkschaftsaktivisten – vollständige Aufklärung des Mordes an Argenis Vazquez, Generalsekretär von Sintratoyota – die Verantwortlichen für dieses Verbrechen müssen vor Gericht.
Mit solidarischen Grüßen,

………..


Sendet diesen Text an den Präsidenten der Bolivarischen Republik von Venezuela sowie an die venezolanische Botschaft in Eurem Land, mit einer Kopie an die Freteco (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

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