Honduras: Die Putschisten zeigen ihr wahres Gesicht - Aufstände in den Arbeitervierteln

Am 22. September griffen Polizei und Armee tausende Anhänger des honduranischen Präsidenten Mel Zelaya an und vertrieben sie mit brutaler Gewalt aus der Umgebung der brasilianischen Botschaft in der Hauptstadt Tegucigalpa. Diese Repressionsmaßnahmen haben jedoch nicht den Widerstandswillen der honduranischen Bevölkerung gegen den Staatsstreich gebrochen. Unter Führung der Nationalen Widerstandsfront gab es Massendemonstrationen und in den Arbeitervierteln der Hauptstadt und den wichtigsten Städten des Landes wurden Barrikaden errichtet.

Am 22. September griffen Polizei und Armee tausende Anhänger des honduranischen Präsidenten Mel Zelaya an und vertrieben sie mit brutaler Gewalt aus der Umgebung der brasilianischen Botschaft in der Hauptstadt Tegucigalpa. Diese Repressionsmaßnahmen haben jedoch nicht den Widerstandswillen der honduranischen Bevölkerung gegen den Staatsstreich gebrochen. Unter Führung der Nationalen Widerstandsfront gab es Massendemonstrationen und in den Arbeitervierteln der Hauptstadt und den wichtigsten Städten des Landes wurden Barrikaden errichtet.

Zehntausende hatten vor der Botschaft gefeiert, obwohl das Micheletti-Regime eine landesweite Ausgangssperre erlassen hatte, die am Montagnachmittag um 16 Uhr begann und auf Mittwoch 18 Uhr ausgeweitet wurde. Die Ankunft Zelayas hat die Kräfte des Widerstandes mobilisiert und ist zu einer direkten Herausforderung der Autorität der Golpistas (Putschisten) geworden. Sie konnten diesen Ereignissen nicht tatenlos zusehen. Nachdem viele Demonstranten bereits nach Hause gegangen waren, griffen kurz vor 6 Uhr Morgens schwerbewaffnete Angehörige der Sondereinsatzkommandos der Polizei und der Armee mit tausenden gepanzerten Autos, Tränengas und scharfer Munition 5000 Menschen, die vor dem Botschaftsgebäude geblieben waren, an. Mit diesem brutalen Angriff gelang es den Sicherheitskräften die Demonstranten aus der Umgebung der Botschaft zu vertreiben.

Mehr als 200 Menschen wurden verhaftet und in das Chochi Sosa Stadion gebracht, es kam zu Szenen, die an das Nationalstadion in Santiago de Chile nach dem Staatsstreich Pinochets erinnerten. Es gibt Berichte, nach denen 80 Menschen in die Krankenhäuser gebracht und zwei getötet wurden. Diese Zahlen wurden noch nicht bestätigt, da es äußerst schwer ist, aufgrund der Medienblockade und der Ausgangssperre, an zuverlässige Informationen zu kommen.

Die Situation vor dem Botschaftsgebäude blieb während des Tages äußerst angespannt. Polizei und Armee besetzten alle Häuser im Umkreis der Botschaft und gaben damit dem Gerücht, sie wollten die Botschaft angreifen und Zelaya töten, um dann zu behaupten, er habe Selbstmord begangen, reichlich Nahrung. Es besteht kein Zweifel, dass das Micheletti-Regime dazu in der Lage ist, es würde sich aber durch eine solche Aktion international noch stärker isolieren.
Diese brutalen Repressionsmaßnahmen konnten den Widerstandswillen der arbeitenden Menschen in Honduras nicht brechen. Neben den oben erwähnten Aktionen in der Hauptstadt, gab es ähnliche Proteste im gesamten Land. Es gibt auch Berichte über Demonstrationen in kleineren Städten und ländlichen Gebieten. Die Liste der Orte, an denen die Menschen trotz der Ausgangssperre Widerstand leisteten und in einigen Fällen sogar die Polizei und Armee in die Flucht schlagen konnten, ist lang.

Die Nationale Widerstandsfront berichtet von Demonstrationen in folgenden Arbeitervierteln der Hauptstadt: Colonia La Canada, 21 de febrero, Nueva Era, Victor F. Ardon, El Reparto, Centro America Oeste, Villa Olimpica, Colonia El Pedregal, El Hatillo, Cerro Grande, Barrio Guadalupe, Barrio El Bosque, Colonia Bella Vista, Barrio El Chile, El Picachito, La Cantera, Colonia Japon, El Mirador, La Finca, Alto del Bosque und Barrio Buenos Aires. in vielen dieser Viertel wurden Barrikaden errichtet und die Polizai und Armee daran gehindert in die Viertel vorzudringen. Nach einem Bericht von Radio Globo haben die Menschen in San Francisco die Polizeistation geplündert und besetzt.

Ähnliche Beispiele, bei denen es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und bewaffneten Polizisten und Soldaten gekommen ist, werden aus dem gesamten Land berichtet, so z.B. in Guadalupe Carney, Tocoa, Colon, Trujillo, Tela, Triunfo de la Cruz, San Juan Tela, Cortez, San Pedro Sula, Progreso, Choloma, Santa Bárbara, Copan, Lempira, Intibuca, La Esperanza, La Paz, Marcala, Comayagua, Siguatepeque, El Zamorano, Paraiso, Comayaguela, Choluteca, Zacate Grande.

Ein führendes Mitglied der Widerstandsbewegung beschrieb die Situation in den Arbeiter- und Armenvierteln der Hauptstadt als "Aufstand". Dieser Massenwiderstand findet trotz der im Land bestehenden Blockade der Medien statt, welche die Protestdemonstrationen komplett ignorieren, Ausnahmen sind Radio Globo und Canal 36. Die Widerstandsfront hat für den 23. September zu einer Massendemonstration vor der Universität aufgerufen.

Mittlerweile versuchte das Micheletti-Regime bei einer Pressekonferenz, an der die wichtigsten Vertreter der Arbeitgeberorganisation COHEP teilnahmen und ihm ihre volle Unterstützung versprachen, Stärke zu zeigen. Die Einheit des Regimes wird jedoch davon abhängen, wie viel Angst ihre Repräsentanten vor der Massenbewegung haben. Wichtige Teile der herrschenden Klasse erwägen bereits die Möglichkeit mit Zelaya eine Übereinkunft zu erreichen, um zu verhindern, dass das Putschisten-Regime komplett gestürzt wird. Die von Micheletti genannten Bedingungen, dass Zelaya nicht Präsident sein wird, er die vom Regime ausgerufenen Wahlen vom 29. November akzeptieren muss und sich einem Gerichtsprozess stellt, werden sicherlich nicht Zelayas Zustimmung finden und sollten in erster Linie als Provokation dienen.

Die Putschisten und die honduranische Kapitalistenklasse kommen unter Druck. Die revolutionäre Krise hat ihnen bereits Kosten in Millionenhöhe verursacht und viele werden sich fragen, wie lange sie noch aushalten können. Vor allem fürchten sie sich vor einem Volksaufstand, der sie alle wegfegen könnte, sollte Micheletti weiterhin seine unbeugsame Haltung weiterverfolgen.

Die nächsten Tage werden von entscheidender Bedeutung sein. Die Strukturen der Widerstandsbewegung in den Arbeitervierteln und den Ortschaften haben deren Fähigkeit bewiesen, die Mobilisierung aufrechtzuhalten und in einigen Fällen die Repressionskräfte am Vordringen in die Stadtviertel zu hindern. Die nächsten Schlachten gehen um die Kontrolle der wichtigsten Straßen der Hauptstadt. Diese Aktionskomitees müssen ihre Aufgaben ausweiten und das Alltagsleben in ihren Gebieten in die Hand nehmen. Die Armee hat das nationale Energienetz übernommen und in vielen Gegenden die Strom- und Wasserversorgung abgestellt. Die gewerkschaftlich organisierten ArbeiterInnen in diesen Betrieben müssen zusammen mit den Widerstandsorganisationen die Wiederherstellung der Zufuhr sichern.

Die Demonstrationen werden von der Armee und der Polizei weiterhin brutal angegriffen werden. Die Organisatoren sollten mit Hilfe der Widerstandskomitees in den Vierteln Posten errichten und falls nötig und machbar zurückschlagen. Es sollte ein Appell an die unteren Ränge der Armee gemacht werden, ähnlich dem von Zelaya vor einigen Tagen gemachten: "Schießt nicht auf die Menschen, richtet Eure Waffen gegen die Offiziere". Die einfachen Soldaten in der honduranischen Armee sind auch Söhne der Arbeiterklasse und der Armen. Ihre Angehörigen und Freunde müssen eine systematische Propagandakampagne führen und die einfachen Soldaten überzeugen, dass ihr Schicksal mit dem Volk und nicht mit der Oligarchie verbunden ist. Im Endeffekt wird entscheidend sein, dass die Arbeiterklasse, die Bauern und die Armen Herr der Lage sind und durch Demonstrationen, Barrikaden und einen Generalstreik die Armee besiegen und das Regime stürzen.
  • Lang lebe der Kampf des honduranischen Volkes!
  • Nieder mit der Micheletti-Diktatur! Nieder mit der Oligarchie!
  • Massendemonstrationen, Generalstreik, nationale Aufstände!

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