Ted Grant 1913-2006

Heute Vormittag erreichte uns die tragische Meldung vom Tode des Genossen Ted Grant nur wenige Tage nach Vollendung seiner 93. Lebensjahres. Dies hat uns alle schockiert, Denn trotz seiner hohen Alters und seines angegriffenen Gesundheitszustands in den letzten Jahren hatten wir uns an die Vorstellung gewöhnt, dass Ted immer unter uns sein würde, als ruhender Pol inmitten von Turbulenzen und Veränderungen.

 


Heute Vormittag erreichte uns die tragische Meldung vom Tode des Genossen Ted Grant nur wenige Tage nach Vollendung seiner 93. Lebensjahres. Dies hat uns alle schockiert, Denn trotz seiner hohen Alters und seines angegriffenen Gesundheitszustands in den letzten Jahren hatten wir uns an die Vorstellung gewöhnt, dass Ted immer unter uns sein würde, als ruhender Pol inmitten von Turbulenzen und Veränderungen.

 

Ted selbst schien irgendwie davon zu überzeugt sein, dass er nie altern geschweige denn sterben würde. Daher kam auch seine wohl bekannte Abneigung gegen Geburtstage. Als ich ihn letzte Woche aus Anlass seines 93. Geburtstages besuchte, war er den Dekorationen an der Tür seines Zimmers gegenüber völlig gleichgültig. Er wollte nur politische Meldungen hören, über den revolutionären Kampf und die Arbeit der Internationalen Marxistischen Tendenz. Er stellte sein ganzes Leben in den Dienst der Sache der Arbeiterklasse und der sozialistischen Revolution. Das war so bis zu seinem letzten Tag.

Ted Grant Ted Grant verbrachte den Großteil seines Lebens in Großbritannien. Er war allerdings gebürtiger Südafrikaner und seine englische Aussprache hatte zeitlebens einen südafrikanischen Akzent. Er wurde 1913 in Germiston bei Johannesburg geboren. Wie er mir einmal erzählte, hat ihn in jungen Jahren die Erfahrung mit der schlechten Behandlung schwarzer Landarbeiter politisiert und sein Interesse am Marxismus geweckt. So begann er mit 14 Jahren Das Kapital zu lesen. Damit begann eine lebenslängliche Leidenschaft für marxistische Theorie.

Der junge Ted war von der Russischen Revolution begeistert und wurde von Ralph Lee, der wegen seiner Sympathien für die Linke Opposition von der Südafrikanischen Kommunistischen Partei ausgeschlossen wurde, für den Trotzkismus gewonnen. Aufgrund der schwierigen politischen Arbeitsbedingungen entschieden sich die Genossinnen und Genossen für einen Umzug nach Großbritannien, wo sie bessere Möglichkeiten für die politische Aufbauarbeit sahen. So ging Ted Grant 1934 nach London und wohnte dort von nun an zeitlebens.

Kurz vor dem Krieg war Ted an führender Stelle an der Gründung der Workers’ International League (WIL) beteiligt. Später schloss sich die WIL mit anderen trotzkistischen Gruppen zur Revolutionary Communist Party (RCP) zusammen. Die Zeitschriften und Veröffentlichungen aus jenen Jahren, darunter auch der Socialist Appeal, enthalten wertvolles politisches Material und sind auch heute noch lesenwert. Einige dieser Texte sind in dem Sammelband The Unbroken Thread enthalten, und wir wollen die meisten dieser Texte jetzt auch auf www.tedgrant.org einstellen.

Trotzkis Ermordung

Die Ermordung Trotzkis im August 1940 versetzte den jungen und unerfahrenen Kräften der Vierten Internationale einen verheerenden Schlag. Leider waren die Führer der Vierten Internationale den historischen Aufgaben nicht gewachsen. Ohne Trotzki begingen sie eine Reihe verheerender Fehler. Nur die Führung der britischen RCP konnte sich an die neue Weltlage ab 1945 anpassen.

Dies war zweifellos Ergebnis von Ted Grants theoretischen Fähigkeiten. Seine Schriften zu Fragen der Ökonomie, von Krieg und Frieden, zur Kolonialen Revolution und insbesondere zum Stalinismus waren und sind Klassiker des Marxismus. Auf dieser Grundlage konnten sich die echten Marxisten wieder sammeln und auch unter schwierigen Umständen Aufbauarbeit leisten.

Ted hob stets die zentrale Bedeutung marxistischer Theorie hervor. Dies war seine große Leidenschaft. An jeder wichtigen Etappe der Entwicklung suchte er immer wieder den Rat in einem gründlichen Studium der Schriften von Marx, Engels, Lenin und Trotzki, deren Schriften er wie seine Westentasche kannte. Darin bestand die Grundlage seiner Arbeit und das Geheimnis seines Erfolges. So ist auch zu verstehen, wie er eine kleine Gruppe loyaler Genossen in den schweren Zeiten des kapitalistischen Aufschwungs nach dem 2. Weltkrieg zusammenhalten konnte. In jenen Jahren waren die marxistischen Kräfte winzig klein und hatte unsere Strömung nur bescheidene Stützpunkte in Liverpool, London und Süd-Wales.

Um in einer solchen Phase des allgemeinen Rückschlags und der Abtrünnigkeit vieler vom Marxismus weiter zu machen, braucht man besonderen Mut und Zähigkeit. Ted war absolut nicht klein zu kriegen. Er hatte unerschütterliches Vertrauen in die Zukunft des Sozialismus und vermittelte dies allen Menschen, die mit ihm in Berührung kamen. Er hatte auch einen großartigen Humor, der ansteckte. War Ted in der Nähe, so konnte keiner pessimistisch oder niedergeschlagen sein. Doch in letzter Konsequenz beruhte dieser unschlagbare Optimismus immer auf marxistischer Theorie.

Mit der Hilfe von Genossen wie Jimmy und Arthur Deane, Pat Wall und anderen Anhängern konnte Ted die Tendenz nicht nur am Leben erhalten, sondern auch weiter aufbauen. Die von ihm entwickelte Theorie besagte, dass die marxistischen Kräfte nur durch systematische und geduldige Arbeit in den Massenorganisationen der Labour Party aufgebaut werden könnten. Auf Großbritannien bezogen waren dies die Gewerkschaften und die Labour Party, insbesondere die Jungsozialisten.

Militant

Ich traf Ted Grant erstmals im Jahre 1960, als er vor den Jungsozialisten in Swansea referierte, deren Mitglied ich war. Mich verblüffte sein Verständnis von Marxismus und seine Fähigkeit, auch die kompliziertesten Ideen in einfache Worte zu fassen. Wir bauten damals allmählich eine Basis in den Jusos auf, und zwar nicht nur in Liverpool, sondern auch in London, Tyneside, Swansea und Brighton.

1964 entschlossen wir uns zur Herausgabe der neuen Zeitung Militant. Unsere erste Versammlung in Brighton fand in einem kleinen Hinterzimmer einer Kneipe in Brighton statt. Die meisten Leuten nahmen uns damals nicht wahr. Aber binnen 15 Jahren war Militant zu einem wichtigen Faktor in der britischen Innenpolitik geworden und war in aller Munde. Jemand bezeichnete uns damals sogar als die vierte politische Partei im Lande. Obwohl wir nicht eine Partei als solche waren, war diese Annahme durchaus nicht ganz von der Hand zu weisen. In den Glanzzeiten hatte Militant rund 8000 Mitglieder, eine große Zentrale in London, drei Parlamentsabgeordnete und mehr Hauptamtliche als die Labour Party.

Aufgrund der Arbeit von Militant fanden marxistische Ideen in Labour und Gewerkschaften breite Unterstützung. Dies war eine Bestätigung richtiger Ideen, Taktik und Methode von Ted Grant. Die Parteirechten und ihre kapitalistischen Hintermänner waren außer sich. Sie konnten sich immer über sektiererische Gruppen am Rande der Arbeiterbewegung lustig machen, aber das war was ganz anderes.

Zwangsläufig startete die Parteirechte nun eine wilde Hexenjagd gegen Militant und leitete Parteiausschlüsse ein. 1983 wurde Ted zusammen mit anderen Redaktionsmitgliedern von Militant aus der Labour Party ausgeschlossen. In einer trotzigen Rede zu seiner Verteidigung vor dem Parteitag erklärte Ted: „Wir kommen wieder!“ Ted sagte klipp und klar, dass alle Versuche, den Marxismus aus der Arbeiterbewegung herauszudrängen, scheitern müssten.

Dies war zwangsläufig die einzig richtige Position. Ted betonte immer: „Außerhalb der Arbeiterbewegung gibt es nichts“. Dies hat sich tausendfach bestätigt. Aber manche Menschen sind unbelehrbar. Leider stieg einem Teil der Führung von Militant der Erfolg in den Kopf. Sie schlugen den Weg vieler Sekten ein und brachen mit der Labour Party. Dazu mussten sie aber zuerst Ted und seine Anhänger ausschließen. Die Verantwortlichen für diesen törichten Kurswechsel rechtfertigten sich damit, dass es ein „Abkürzungsweg“ hin zu den Massen sei. Ted entgegnete mit seinem typischen Humor: ein Abkürzungsweg über eine Klippe. So war es auch.

Ich kann mich noch gut an diese kleinen Versammlungen mit ein paar Genossinnen und Genossen in Bermondsey erinnern. Besonders frisch ist mir dabei Teds hervorstechender Humor im Gedächtnis haften geblieben. Nach unserem Ausschluss aus Militant witzelte er: „Das ist die beste Spaltung, die wir jemals erlebt haben“. In Wirklichkeit fanden wir uns aber – zumindest in Großbritannien – in einer schwierigen Lage wieder. Nach dem Ende der Sowjetunion herrschte in großen Teilen der Linken tiefer Pessimismus vor. Der Marxismus war von allen Seiten her unter Beschuss. Worin lag da unsere vordringliche Pflicht?

Nach dem Vorbild von Ted Grant entschlossen wir uns, dass die vorrangigste Aufgabe darin liegen müsste, die grundlegenden Ideen der Bewegung zu verteidigen. Wir produzierten und publizierten „Aufstand der Vernunft“ (weltweit ein großartiger Erfolg), dann Teds Buch „Russland von der Revolution zur Konterrevolution“. Zusammen mit Ted gab ich noch viel mehr Bücher, Broschüren und Artikel heraus. In dieser Phase sehe ich den Höhepunkt der politischen Zusammenarbeit und der engen Freundschaft, die 46 Jahre andauerte – bis heute früh.

Erinnerungen an Ted

Die Leser des Socialist Appeal und von www.marxist.com kennen Ted Grant als marxistischen Theoretiker von Format. Aber wie war Ted Grant als Mensch? Ihm war nichts Menschliches fremd. Er war kein grimmiger, verbiesterter Revolutionär. Er war immer zugänglich und zu Gesprächen über alle möglichen Themen aufgelegt mit Menschen, die gerade in seiner Nähe waren.

Ted war vielseitig interessiert und konnte über Fußball und Pferderennen (manchmal ging er sogar Wetten ein) ebenso reden wie über Literatur und Kultur im allgemeinen. Seine Lieblingsschriftsteller waren Jack London und Galsworthy. Über die Forsyte Saga sagte er mir einmal: „er [Galsworthy] stellt die Bourgeoisie so dar, wie sie wirklich ist, und das haben die ihm nie verziehen.“ Eine scharfsinnige Literaturkritik! Über James Joyce waren wir uns aber nie einig.

Ted war stets sehr gesundheitsbewußt und kritisierte öfters, dass Marx und Lenin nicht auf ihre Gesundheit geachtet hätten. Besonders achtete er auf seine Ernährung. Manchmal verschlang er Unmengen Obst zum Frühstück. Er rauchte nicht und trank erst in seinen letzten Lebensjahren gelegentlich ein Glas Rotwein, weil er irgendwo gelesen hatte, dass dies gesund sei. Oftmals hatte er aber auch einen ungezügelten Appetit und aß manchen Genossen bei seinen Besuchen fast den Kühlschrank leer. Er setzte aber kein Übergewicht an, weil er in geradezu religiöser Inbrunst mindestens eine Stunde täglich spätabends seine systematischen gymnastischen Übungen durchzog.

Ted achtete wenig auf Fragen der äußeren Erscheinung und Kleidung. Nur wenn er seine sehr modebewußte ältere Schwester Rae in Paris besuchte (sie ist letztes Jahr verstorben) nahm er Genossen mit, die ihm bei der Auswahl eines neuen Anzugs helfen sollten. Es musste ein blauer Serge-Anzug sein, weil das seine Schwester so mochte. Nach vielen Jahren jedoch sagte seine Schwester: „Es wird Zeit, dass irgendwann jemand ihm mal klarmacht, dass er nicht mehr diese schrecklichen blauen Serge-Anzüge kaufen soll.“

Ted als Genosse

Mit Ted zusammen zu arbeiten war alles andere als leicht. Sein tiefes marxistisches Verständnis und sein Beharren auf 100prozentiger Korrektheit machten ihn zu einem harten Lehrmeister insbesondere beim Schreiben. Viele Manuskripte hat er mehrmals gelesen, mit dem Rotstift in der Hand, Sätze durchgestrichen, unterstrichen und unleserliche Randbemerkungen gemacht, während der unglückliche Autor entsetzt dreinblickte. Manche waren entrüstet, aber für mich war dies eine nützliche Ausbildung. Denn schließlich geht es um Ideen und nicht das persönliche Ego von Nachwuchsautoren. Wer die Ideen in den Vordergrund stellte, der konnte von ihm sehr viel lernen.

Ted hatte einen grenzenlosen Appetit auf politische Arbeit und Diskussionen. Aber er hatte seine eigene Routine und sich davon nicht abbringen. Er las die Tageszeitungen nicht nur – er verschlang sie regelrecht. Jeden Tag studierte er die Financial Times, den Morning Star and (aus für mich unerklärlichen Gründen) den Daily Express. Beim Verkauf des Socialist Appeal auf Demonstrationen war er stets zur Stelle und bot die Zeitschrift offensiv an. Meistens verkaufte er mehr als andere von uns. Bei ihm konnten viele einfach nicht nein sagen.

Bei seinen öffentlichen Reden sprach er in der Regel mindestens eine Stunde lang und konnte die Leute fesseln. Dabei zeigte er ein tiefgreifendes Verständnis für das Thema, lieferte reichlich Fakten (er betonte immer die Notwendigkeit von „Fakten, Zahlen und Argumenten“), wenn er anderen Genossinnen und Genossen Ratschläge für Referate oder Argumente gab. Mittelmäßigkeit und Boshaftigkeit, wie sie im Wortschwall politischer Sektierer so oft vorkamen, fehlten bei ihm völlig. Ted verzichtete auch auf persönliche Angriffe und nahm rechte Sozialdemokraten oder Bürgerliche oft humorvoll auf die Schippe. Diese Humor war ansteckend.

Ted interessierte sich besonders für marxistische Wirtschaftstheorie und Philosophie. Seine Broschüre Will There be a Slump? Ist ein kleines Meisterwerk, während seine Schrift über die marxistische Staatstheorie eine der wenigen Publikationen des modernen Marxismus überhaupt ist, von der man zurecht feststellen kann, dass sie eine Weiterentwicklung und Bereicherung der Theorien von Marx und Engels darstellen. Durch sein leidenschaftliches Interesse an marxistischer Philosophie verfolgte er auch intensiv die Entwicklungen der modernen Naturwissenschaft. So stellte er eines Tages zu meiner Verblüffung fest, dass im menschlichen Verstand die Materie endgültig sich ihrer selbst bewusst geworden sei. Eine schönere Beschreibung des philosophischen Materialismus kann ich mir kaum vorstellen.

Die letzten Jahre

Bei der Spaltung von Militant war Ted bereits ein “junger Mann” von immerhin 78 Jahren. Aber er machte weiter wie zuvor, bereiste verschiedene Länder und hielt eineinhalbstündige Reden. Er wollte immer so weiter machen und schien manchmal auch davon überzeugt zu sein. Dies waren beachtliche und Respekt einflößende Leistungen. Aber früher oder später setzt sich die Natur durch. Mitten in einem Referat in London hatte Ted vor einigen Jahren einen kleineren Schlaganfall. Davon erholte er sich wieder sehr gut, aber das Warnsignal stand weiter auf rot. Einige engagierte Genossinnen und Genossen halfen ihm verstärkt in Alltagsdingen, aber sein Gesundheitszustand verschlechterte sich zunehmend – noch mehr nach einer Prostataoperation. Nun konnte er kaum noch so arbeiten wie bisher und auch kaum noch Reden halten. Schließlich benötigte er professionelle Pflege und kam in ein Altersheim bei Romford. Hier hatte er seine Bücher und bekam regelmäßig Besuch von Genossinnen und Genossen. Insbesondere Steve und Sue Jones sind wir zu besonderem Dank verpflichtet. Ted war für sein Alter immer noch rüstig und konnte ohne Stock schmerzfrei gehen und sehnte sich danach, wieder aktiv sein zu können. Er wollte stets wissen, wie sich die Arbeit der Internationalen Marxistischen Tendenz entwickelt. Besonders erfreut war er über die Fortschritte unserer Arbeit in Venezuela.

Obwohl seine Erinnerungsfähigkeit und Konzentration nachließen, konnte er auch bis zuletzt immer wieder Diskussionen führen. Einige dieser Gespräche haben wir in marxist.com veröffentlicht. Vor wenigen Wochen fragte ich ihn: Was würdest du Chávez empfehlen, wenn du ihm einen Rat geben könntest? Seine Antwort kam prompt: „Ich würde ihm sagen, er soll die Macht übernehmen.“

Als Ana und ich ihn letzten Sonntag zu seinem 93. Geburtstag besuchten, schien er viel langsamer als sonst und redete nicht mehr viel, aber er konnte uns immer noch zur Haustür begleiten. Seither telefonierte ich mit ihm fast jeden Tag. Gestern Abend rief er mich wieder an und fragte, wann ich ihn wieder besuchen würde. Ich sagte, ich würde am Freitag Vormittag kommen und dabei hoffentlich auch den pakistanischen Genossen und marxistischen Parlamentsabgeordneten Manzoor Ahmed mitbringen. Er freute sich darauf, und so verblieben wir.

Dieses Zusammentreffen sollte nie stattfinden. Ted Grant ist nicht mehr unter uns. Der Mann, der so viel zur Verteidigung des Marxismus geleistet hat und fast alleine auf sich gestellt das Erbe des Trotzkismus vor dem Schiffbruch bewahrt hat, ist verschieden. Für alle unter uns, die mit ihm Schulter an Schulter gearbeitet und gekämpft haben, um die revolutionäre Bewegung aufzubauen, und die ihm bis zuletzt loyal verbunden blieben, ist dies ein herber Schlag.

Er war der letzte überlebende Repräsentant einer bemerkenswerten Generation – einer Generation revolutionärer Riesen, die unter dem Banner Leo Trotzkis kämpften und die Ehre der Oktoberrevolution retteten und ihr Erbe unbefleckt an eine neue Generation weiterreichten. Ted Grant war der hervorragendste Vertreter dieser Generation. Er hat den Stab an uns weiter gereicht – Programm, Theorie, Methoden und Ideen, die allein den Sieg bringen können.

Ted Grant war nie ein sentimentaler Mensch. Er wollte nicht, dass wir unsere Zeit mit fruchtlosem Jammergeschrei und Wehklagen verschwenden. Wir trauern um einen großartigen Menschen, aber wir feiern auch die Erinnerung an ihn auf die einzig denkbare Weise, die seinen Beifall gefunden hätte: nämlich indem wir die Arbeit für den Aufbau der Internationalen Marxistischen Tendenz und die Verankerung marxistischer Ideen verstärkt fortsetzen. Wir werden dem Genossen Ted Grant ein Denkmal errichten – eine unvergängliche proletarische Organisation, die diese Welt verändern kann.

Niemand war wie Ted Grant zu seinen Lebzeiten und niemand kann ihn jetzt nach seinem Ableben ersetzen. Aber in den Reihen der Internationalen Marxistischen Tendenz gibt es viele erfahrene Kader, die seine Ideen und Methoden verinnerlicht haben und dafür fit sind, diese Ideen zu verwirklichen. Heute kann niemand bezweifeln, dass es mit der von Ted Grant begründeten und genährten Strömung weltweit aufwärts geht. Autorität und Ansehen dieser Ideen waren niemals so hoch wie in diesen Zeiten. Dies ist der beste Beweis für die Richtigkeit von Teds Ideen und Ansatz. Das ist eine Rechtfertigung für sein Lebenswerk, für das wir ihm immer zu Dank verpflichtet sind.

 

Alan Woods, London

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