Erfolgreiches Funke-LeserInnentreffen in Wiesbaden

Am letzten Wochenende fand in Wiesbaden das gut besuchte zweitägige Sommerseminar von Funke-LeserInnen statt. Die TeilnehmerInnen setzten sich intensiv mit aktuellen und historischen Themen auseinander. Es herrschte eine lebendige und solidarische Diskussionsatmosphäre.

Am letzten Wochenende fand in Wiesbaden das gut besuchte zweitägige Sommerseminar von Funke-LeserInnen statt. Die TeilnehmerInnen setzten sich intensiv mit aktuellen und historischen Themen auseinander. Es herrschte eine lebendige und solidarische Diskussionsatmosphäre.

Zu Beginn sprach Christoph Mürdter (Redaktionsmitglied Der Funke) über die Wirtschaftskrise in Europa und die Perspektiven für die Bewegungen in Griechenland und Spanien. Er ordnete diese Entwicklung in den weltweiten Prozess der kapitalistischen Krise ein und zeigte auf, wie das Vorbild der Arabischen Revolution die Bewegung in Europa beeinflusst hat. Auch Deutschland wird sich diesem Prozess von Instabilität, Krise und Protesten nicht verschließen können. Griechenland ist das schwächste Glied in der Kette des Kapitalismus. Und die herrschenden Klassen in den anderen europäischen Ländern haben große Angst vor einer Kettenreaktion und der Unkontrollierbarkeit der sozialen Proteste. MarxistInnen in der LINKEN müssen hierbei einen wichtigen Beitrag leisten und Alternativen zur kapitalistischen Krisenbewältigung aufzeigen.

Vor genau 75 Jahren, am 18. Juli 1936, begann der Spanische Bürgerkrieg. Miguel Angel Sánchez Arvelo von der Vereinigten Linken Spaniens schilderte in seinen Ausführungen Hintergründe und Ursachen für den Bürgerkrieg, der noch heute im Bewusstsein der spanischen und internationalen Linken präsent ist. Denn mit dem Sieg der Franco-Diktatur setzte sich der Faschismus nach Italien, Deutschland und Österreich in einem weiteren wichtigen Land durch. So wurden in Europa endgültig die Weichen Richtung Krieg gestellt. Nur der Sieg im Bürgerkrieg und ein Sieg der spanischen Revolution, die 1931 begann, hätte den antifaschistischen und revolutionären Kampf der ArbeiterInnen in den anderen Ländern stärken und vielleicht den Weltkrieg verhindern können. Die Schilderungen von Miguel Angel Sánchez Arvelo führten uns die Aktualität vor Augen, weil Probleme, Fehler und Schwächen in der Bewegung und den linken und Arbeiterorganisationen uns auch heute z.B. in der arabischen Revolution bzw. in Griechenland begegnen. Die Beschäftigung mit historischen Themen ist kein Selbstzweck, sondern sie ist für unsere alltägliche politische Arbeit notwendig, damit wir heute aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und sie künftig nicht wiederholen, wie es ein Teilnehmer am Ende der Diskussion auf den Punkt brachte.

Am Abend wurde dann noch der Film „Land and Freedom“ von Ken Loach gezeigt, der das Thema Spanische Revolution und Bürgerkrieg behandelte, die Äußerungen von Miguel Angel Sánchez Arvelo konkret darstellte und einen gelungenen Abschluss des Themas bildete.

Am Sonntag stand das Thema Programmdebatte auf der Tagesordnung. Hans-Gerd Öfinger (Redaktion Der Funke) spann einen historischen Bogen vom Revisionismusstreit in der SPD zwischen Reformisten wie Eduard Bernstein und Marxisten wie Rosa Luxemburg bis zur aktuellen Debatte in der LINKEN. Um die theoretischen Grundsätze im aktuellen Programmentwurf zu verstehen, muss man auf die historischen Grundlagen zurückgehen. So ergaben sich spannende Diskussionen über die Schlagworte Wirtschaftsdemokratie, Verstaatlichung, Planwirtschaft usw. Notwendig ist es, marxistische Ansätze im Programmentwurf, dort wo sie enthalten sind, zu verteidigen und Positionen einzufordern, wo der Programmentwurf unzureichend ist. Entscheidend wird es sein, wie sich die Partei in der rauen kapitalistischen Realität verhält. Wir als MarxistInnen müssen einen klaren Standpunkt einfordern und einer weiteren Anpassung und „Sozialdemokratisierung“ der Partei entgegentreten. Hierbei sind alle Genossinnen und Genossen aufgefordert, sich vor Ort dafür stark zu machen.

In zahlreichen Gesprächen beim Essen und in den Pausen konnten wir uns mit GenossInnen aus anderen Städten austauschen. So war auch eine Genossin aus der Schweiz angereist. Sie erläuterte uns die Programmdiskussion innerhalb der dortigen SP. Auch ein französischer Genosse berichtete uns über eine mögliche Rechtsentwicklung in Frankreich.
Am Ende bedankte sich eine Genossin für das gelungene Seminar und sagte, dass sie in den letzten Wochen eigentlich aus der Partei DIE LINKE austreten wollte. Aufgrund des Seminars und der zahlreich anwesenden MarxistInnen sieht sie nun wieder eine Perspektive, für marxistische Positionen zu kämpfen.

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