Die Monroe-Doktrin - Der US-Imperialismus und Venezuela

"Aber dieser Mann bedeutet eine schreckliche Gefahr für die USA und unsere Einflusssphäre, wir können nicht zulassen, das dies passiert ... Wir haben die Monroe-Doktrin. Wir haben noch andere Doktrinen verkündet. Und ohne Frage ist er ein schrecklicher Feind im Süden von uns, der über eine riesige Menge Öl verfügt ... Wir haben die Fähigkeit ihn los zu werden und ich glaube, es ist an der Zeit, diese Fähigkeit anzuwenden." (Stellungnahme des US-Hasspredigers Pat Robertson, mit der er zur Ermordung des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez aufrief.)

"Aber dieser Mann bedeutet eine schreckliche Gefahr für die USA und unsere Einflusssphäre, wir können nicht zulassen, das dies passiert ... Wir haben die Monroe-Doktrin. Wir haben noch andere Doktrinen verkündet. Und ohne Frage ist er ein schrecklicher Feind im Süden von uns, der über eine riesige Menge Öl verfügt ... Wir haben die Fähigkeit ihn los zu werden und ich glaube, es ist an der Zeit, diese Fähigkeit anzuwenden." (Stellungnahme des US-Hasspredigers Pat Robertson, mit der er zur Ermordung des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez aufrief.) Im Dezember dieses Jahres kommt es zu zwei Jahrestagen der beiden wichtigsten Dokumente, welche die herrschende Klasse der USA zur Durchführung ihrer imperialistischen Politik beschloss. Diese Dokumente sind der Inbegriff der paternalistischen Weltsicht des US-Imperialismus, die benutzt werden, um ihre politischen und ökonomischen Interessen zu erhalten und die Märkte, Bodenschätze und die Arbeitskraft der Menschen nicht nur in der westlichen Hemisphäre, sondern weltweit, auszubeuten.

 

Die Monroe-Doktrin vom 02.Dezember 1823 und der Roosevelt-Zusatz zur Monroe-Doktrin vom 06. Dezember 1904 sind die Fundamente für Expansionismus und Interventionen, die das schlimmste Elend, den Tod und die Verarmung von Millionen Menschen in Lateinamerika verursacht haben. Venezuela hat in dieser Geschichte keine unbedeutende Rolle gespielt.

 

In den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts wüteten die lateinamerikanischen Befreiungskriege gegen die spanische Vorherrschaft in Chile, Peru, Kolumbien und Venezuela. Eine Persönlichkeit, die in diesen Kämpfen internationale Berühmtheit erlangte, war Simon Bolivar. Seine Vision einer Befreiung von ausländischer Vorherrschaft, wie auch die Notwendigkeit der ökonomischen und sozialen Integration der Region, hat die Bolivarische Revolution in Venezuela inspiriert.

 

Aber er war nicht nur ein Mann der Worte. In der Schlacht von Carabobo am 24. Juni 1821 besiegelten seine brillanten militärischen Schachzüge das Schicksal der spanischen Streitkräfte in Venezuela und sicherten kurze Zeit später den Niedergang ihres Imperiums in der Region.

 

Die Monroe-Doktrin wurde verfasst, um die Einflusssphäre der USA auf Nord-, Mittel- und Lateinamerika zu projizieren und die von den Spaniern hinterlassene Lücke zu füllen. Sie beruhte auch auf der Angst des Emporkömmlings USA vor der lateinamerikanischen Kolonisation durch andere, mächtigere europäische Imperialisten. Kurz gesagt, die USA betrachteten Lateinamerika als ihren eigenen "Hinterhof" und Ausbeutungsfeld. Schon bevor sie auszogen, den Völkern Lateinamerikas ihren Willen aufzuerlegen, war eine der ersten Anwendungen im Geiste der Doktrin der "Imperialismus im Innern" gegen die indianischen Völker von Nordamerika, wo auf dem Zug des Landes nach Westen ganze Zivilisationen unterdrückt und ausgelöscht wurden. Außerdem wurden Hunderttausende Quadratkilometer, die zu Mexiko gehörten, "in Besitz gebracht".

 

Die nachfolgenden Präsidenten beriefen sich bei der Annektion Texas, Kaliforniens und Oregons sowie bei der Abwehr europäischer Interessen in Yukatan und Mexiko auf die Monroe-Doktrin. Sie wurde ebenfalls als Rechtfertigung zum Bau eines Kanals in Mittelamerika benutzt, mit dem die USA die Schifffahrt und den Handel unter Kontrolle bringen wollten. Präsident Cleveland machte von ihr Gebrauch, um 1895 einen Streit zwischen Großbritannien und Venezuela, bei dem es um strittige Gebietsansprüche ging, beizulegen.

 

Der Roosevelt-Zusatz

 

1902 war Venezuela nicht länger in der Lage die Forderungen europäischer Bankiers zu beschwichtigen und seine Schulden zurückzuzahlen, deshalb blockierten und beschossen Kriegsschiffe aus Großbritannien, Italien und Deutschland venezolanische Küstenfestungen. Theodore Roosevelt war besessen von den Aussichten auf eine Rekolonialisierung der Hemisphäre und 1903 reagierte er mit einer Drohung auf die Bedrohung und warnte die Gegner mit dem Eingreifen von Admiral Deweys Flotte. Die Kriegsschiffe zogen sich zurück und es wurden wieder Verhandlungen auf diplomatischem Gebiet geführt.

 

Roosevelts Zusatz wurde in einer Ansprache an den Kongress zu einer Ergänzung der Monroe-Doktrin, welche die Ära der USA als internationale Macht durch den Gebrauch seines berüchtigten "Rohrstocks" einleitete. Es war der Beginn der blutigen Geschichte US-amerikanischer Einmischungen im großen Stil, welche die Menschen der Region und der Welt bis zum heutigen Tagen verfolgen. Obwohl sie verschiedene Verzerrungen durchlaufen hat, einschließlich der "Dollardiplomatie", der Politik der "guten Nachbarschaft", der "Reagan-Doktrin" und zuletzt der "Bush-Doktrin", ist ihr Inhalt der Gleiche geblieben. Einige ihrer Kontrollmechanismen beinhalten die "School of the Americas", die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), das "Inter-American Defense Board" (Verteidigungsbündnis), der "Plan Colombia", der Internationale Währungsfonds, die Weltbank, die NAFTA, die CAFTA und jetzt die gesamtamerikanische Freihandelszone FTAA. Aus dem Vorhergehenden wird deutlich, wie die Monroe-Doktrin benutzt wurde, die Kulturen, das politische Leben und die Wirtschaft Lateinamerikas zu beherrschen und das alles während man die Arbeitskraft, die Bodenschätze, die produktiven und finanziellen Strukturen in ein System der Kapitalakkumulation zum Vorteil der US-Vorherrschaft eingebunden hat.

 

Karl Marx erklärte: "Die tiefe Heuchelei der bürgerlichen Zivilisation und die von ihr nicht zu trennende Barbarei liegen unverschleiert vor unseren Augen, sobald wir den Blick von ihrer Heimat, in der sie unter respektablen Formen auftreten, nach den Kolonien wenden, wo sie sich in ihrer ganzen Nacktheit zeigen." (K. Marx, MEW 9, 225.)

 

Die USA haben Lateinamerika lange als ihren eigenen Hinterhof betrachtet und versucht, in der Region eine Festung zu halten. Aber durch ihre eigene Politik haben sie ein Leuchtfeuer entfacht: Venezuelas Bolivarische Revolution. Hugo Chávez und vor allem die venezolanische Basisbewegung haben den Massen in Lateinamerika einen Ausweg aufgezeigt. Revolutionäre Wellen ergreifen die gesamte Region und die arbeitenden Menschen beteiligen sich massenhaft an einem Krieg gegen ihre Ausbeuter. Die Massen haben einen unlöschbaren Kampfgeist gezeigt; es gibt nicht ein einziges stabiles pro-US-amerikanisches Regime vom Rio Grande bis zum Tierra del Fuego und Washington ist über diese Entwicklung in Panik geraten.

 

Von 1798 bis 1993 benutzten die USA 234 Mal ihre Streitkräfte, um sich in andere Länder einzumischen. Seit 1993 haben wir die Bombardierungen Jugoslawiens und des Sudans miterlebt, ebenso die Kriege im Irak und in Afghanistan sowie die US-Intervention in Haiti, die sich auch gegen Venezuela und Kuba richtete.

 

In Venezuela haben die USA einen langwierigen verdeckten Kampf angezettelt und einen "Krieg der vierten Generation" - wie er in den Handbüchern der US-Armee genannt wird - geführt, indem sie die National Endowment for Democracy (Nationale Stiftung für Demokratie), die Agency for International Development (Agentur für Internationale Entwicklung), das Solidarity House der Gewerkschaft AfL/CIO, einige Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Unternehmen etc. für ihre Zwecke einsetzten. Mit Hilfe dieser und anderer Institutionen wurde die terroristische Opposition finanziert, um die Wirtschaft durch Aussperrungen, paramilitärischen Operationen und natürlich den Staatsstreich vom April 2002 zu sabotieren und zu destabilisieren.

 

Keine dieser Maßnahmen war von Erfolg gekrönt und die Revolution ist dadurch nur noch stärker geworden. Jetzt müssen wir feststellen, dass es Krisenpläne für eine direkte Invasion gibt, die in den militärischen Instruktionsplänen namens "FY08-13-POM" vom Oktober 2005 skizziert werden. POM steht für Zielgerichtetes Memorandum; diese Dokumente werden verwendet, um Kriegsmissionen und -ressourcen zu analysieren. Die Bedrohung Venezuelas ist real. Es gibt nur einen Weg, die Pläne des US-Imperialismus zu besiegen, indem man möglichst schnell weltweit die Arbeiterbewegung, Antikriegsaktivisten, Solidaritätskampagnen und deren Verbündete mobilisiert.

 

Deshalb arbeiten die Hands off Venezuela-Kampgne und die Latin American Solidarity Coaltion gemeinsam daran, Organisationen und Einzelpersönlichkeiten zu gewinnen, um zu Veranstaltungen zum Jahrestag der Monroe-Doktrin aufzurufen.

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