Frauen: Die großen Verliererinnen der Rente mit 67

Am 8. März war Internationaler Frauentag. Am 9. März 2007 hat die Große Koalition im Bundestag gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung Deutschlands und gegen den gesunden Menschenverstand das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre heraufgesetzt. Für Frauen bedeutet dies, dass ihnen innerhalb von 7 Jahren somit 7 Jahre Rentenbezug genommen wurden. Wurde erst im Jahr 2000 das Renteneintrittsalter der Frauen für die Jahrgänge nach 1939 von 60 auf 65 Jahre heraufgesetzt, so wird ihnen künftig der Renteneintritt um weitere 2 Jahre verzögert!

Am 8. März war Internationaler Frauentag. Am 9. März 2007 hat die Große Koalition im Bundestag gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung Deutschlands und gegen den gesunden Menschenverstand das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre heraufgesetzt. Für Frauen bedeutet dies, dass ihnen innerhalb von 7 Jahren somit 7 Jahre Rentenbezug genommen wurden. Wurde erst im Jahr 2000 das Renteneintrittsalter der Frauen für die Jahrgänge nach 1939 von 60 auf 65 Jahre heraufgesetzt, so wird ihnen künftig der Renteneintritt um weitere 2 Jahre verzögert!
Wer nun früher aus dem Erwerbsleben ausscheiden möchte, muss künftige Rentenabschläge in Höhe von bis zu 14,4% in Kauf nehmen. Die Folgen: unzureichende Renten, steigender Sozialhilfe- oder Grundsicherungsbedarf im Alter.
Hauptbetroffene werden WIR Frauen sein! Ungerechterweise hat sich unser Vizekanzler Müntefering noch ein kleines Bonbon für den Facharbeiter ausgedacht: Wer künftig volle 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat, darf auch weiterhin ohne finanzielle Einbußen mit 65 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand eintreten. Die männliche Form des Facharbeiters ist dabei wohl kaum Zufall, denn WIR Frauen werden aufgrund der Beitragsjahre wohl kaum von dieser Sonderregelung profitieren können. Nur 4 Prozent aller Frauen werden überhaupt in den Genuss dieser Ausnahmeregelung kommen (Kinder- und Erziehungszeiten schon eingerechnet). Hier wird allein der männliche Vollzeitbeschäftigte begünstigt, der sowieso schon aufgrund seiner längeren und konstanten Erwerbsbiografie eine im Durchschnitt um 50 Prozent höhere Rente zu erwarten hat.
Diese von Müntefering eingebrachte neue Sonderregelung weist für UNS Frauen eine erhebliche Schlechterstellung und Diskriminierung aus. WIR finanzieren mit unseren Beiträgen diese Sonderregelung, von der letzten Endes nur die Männer profitieren werden!

Es ist traurig, dass dies unter der ersten deutschen Kanzlerin geschieht. Wer gehofft hatte, Frau Merkel würde dies aufgrund ihrer Frauensolidarität verhindern, sieht sich bitter enttäuscht. Sie treibt lieber weiter den unsolidarischen Sozialabbau im Sinne der neoliberalen und wirtschaftsfreundlichen Politik voran.
Müntefering versucht hiermit eine männliche „Generationensolidarität“ zu Gunsten seiner bröckelnden klassischen Klientel durchzusetzen und diskriminiert damit gleichzeitig UNS Frauen und benachteiligt UNS in höchster Form. Und dies nur, um sich selbst zukünftige Wählerstimmen zu sichern.
Die Männer verdienen in Deutschland immer noch rund ein Viertel mehr als WIR Frauen in gleicher Funktion. Diese Einkommensschere wird sich nun noch weiter zu Lasten von UNS Frauen öffnen.
Hinzu kommt die steigende Tendenz, dass die sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze im rasanten Tempo durch den Aufbau des Niedriglohnsektors in Form von Mini- und Midijobs und auch durch befristete Beschäftigungsverhältnisse ersetzt werden. Dies nimmt UNS Frauen die Möglichkeit, überhaupt regelmäßig angemessene Beiträge in die Rentenversicherung einzuzahlen.
Wo Betreuungsplätze fehlen, müssen Mütter zeitlich flexibel sein. Dies ist der Grund, warum Frauen vornehmlich in Teilzeitarbeitsplätzen zu finden sind. Denn dies stellt die einzige Möglichkeit dar, als Frau mit Kindern in den alten Bundesländern überhaupt arbeiten gehen zu können.
Einerseits gibt die Regierung uns keine Betreuungsplätze für unsere Kinder und andererseits schraubt sie unser Renteneintrittsalter immer weiter in die Höhe! Gibt es eine gemeinere und zynischere Art mit UNS Frauen umzugehen? Wohl kaum!

In den neuen Bundesländern haben Frauen hingegen verstärkt mit einer ganz anderen Problematik zu kämpfen. Dort sind zwar Betreuungsplätze vorhanden, aber keine Arbeitsplätze. Aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit im Osten der Republik werden Frauen als erste vom Arbeitsmarkt verdrängt. Gut die Hälfte aller Frauen, die in Ostdeutschland im Jahr 2005 in die Rente gegangen sind, taten dies aus der Arbeitslosigkeit heraus. Davon alarmierenderweise 76 Prozent mit Abschlägen.

Diese Zahlen beweisen:
Der Arbeitsmarkt im Kapitalismus bietet UNS Frauen keine wirkliche Perspektive und schon gar keine Chance. Das höhere Renteneintrittsalter wird UNSERE Situation im Alter weiter drastisch verschlechtern.
Es wird nun höchste Zeit für einen tief greifenden Wandel des Arbeitsmarktes und auch für eine geschlechtergerechte Rentenpolitik.

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