"Solidaritätskette" mit den Opel-ArbeiterInnen in Belgien

Die Solidarität mit den Opel-ArbeiterInnen wächst und immer mehr ArbeiterInnen aus den verschiedensten Betrieben unterstützen das Solidaritätskomitee. Mehr als 2000 ArbeiterInnen bildeten eine lange Menschenkette, um ihre Solidarität gegen die angekündigte Schließung des Opelwerks in Antwerpen zu bekunden. In der Sprache der AutomobilarbeiterInnen steht das Wort "Kette" für das "Fließband" in der Fabrik. Jetzt steht es für die ArbeiterInnensolidarität. Die Aktion wurde vom Solidaritätskomitee, das auf Initiative der SP.a Rood ( d. h. der Linken in der Sozialistischen Partei), in der die MarxistInnen um die Zeitschrift "Vonk" eine bedeutende Rolle spielen, initiiert. Auch andere Gruppen beteiligen sich an der Kampagne.


Die Solidarität mit den Opel-ArbeiterInnen wächst und immer mehr ArbeiterInnen aus den verschiedensten Betrieben unterstützen das Solidaritätskomitee. Mehr als 2000 ArbeiterInnen bildeten eine lange Menschenkette, um ihre Solidarität gegen die angekündigte Schließung des Opelwerks in Antwerpen zu bekunden. In der Sprache der AutomobilarbeiterInnen steht das Wort "Kette" für das "Fließband" in der Fabrik. Jetzt steht es für die ArbeiterInnensolidarität. Die Aktion wurde vom Solidaritätskomitee, das auf Initiative der SP.a Rood ( d. h. der Linken in der Sozialistischen Partei), in der die MarxistInnen um die Zeitschrift "Vonk" eine bedeutende Rolle spielen, initiiert. Auch andere Gruppen beteiligen sich an der Kampagne.



Zum ersten Mal seit langer Zeit hatte sogar die Führung der Sozialistischen Partei zu Aktionen aufgerufen. Damit folgte sie dem Kurs verschiedener lokaler Parteigruppen. ArbeiterInnen aus verschiedenen Unternehmen hatten beschlossen sich an der "Solidaritätskette" zu beteiligen: Arcelor, Volvo, Honda, Daf, Atlas Copco, Johnsons Control, Crown Cork, Total und viele andere. Der Aufruf für diese Aktion wurde auch auf die ArbeiterInnen bei Carrefour ausgeweitet, die einen ähnlichen Kampf gegen die Arbeitsplatzvernichtung durch die Bosse führen.

Es sind nicht wenige Ehegattinnen und Lebensgefährtinnen von Opel-Arbeitern, die ihren Arbeitsplatz als Folge der Schließung von Dutzenden von Carrefour-Supermärkten verlieren. Diese "Solidaritätskette" sollte als einer der ersten Schritte gesehen werden, um die Kämpfe in den einzelnen Fabriken zu vereinigen. Eric de Bruyn (SP.a Rood) erklärte dies den versammelten ArbeiterInnen in seiner Rede: "Heute stehen Opel und Carrefour an vorderster Front. Morgen können es Eure Fabriken und Eure Arbeitsplätze sein und auch der öffentliche Dienst wird von der Kürzungswut betroffen sein. Deshalb lassen wir Opel nicht im Stich. Wir lassen Carrefour nicht im Stich. Wir werden niemanden im Stich lassen."
Diese Aktion wurde durch eine groß angelegte Kampagne in den Gewerkschaften, den Zügen, den Stadtvierteln und den Schulen vorbereitet. Die Antwort der nationalen Gewerkschaften war, gelinde gesagt, nicht besonders groß, obwohl diese sich wohlwollend äußerten. Die Kampagne zum Erhalt von Opel wurde aktiv von KünstlerInnen, besonders SchriftstellerInnen und SchauspielerInnen, aber auch von Angehörigen der freien Berufe und StudentInnen vorangetrieben. (s.a. sechs Videos unter www.zomervanopel.be).

Die Schließung des Opelwerks in Antwerpen ist für Ende Juni geplant und bedeutet, dass wenigstens 2600 ArbeiterInnen ihren Arbeitsplatz verlieren werden. Wenn man die Zulieferfirmen mit einbezieht, werden 5000 Menschen arbeitslos. Die sozialistische Gewerkschaft ABVV will, dass die Fabrik bestehen bleibt, während die christliche Gewerkschaft ACV den Kampf für den Erhalt von Opel Antwerpen bereits aufgegeben hat. Sie fordert einen "Sozialplan", aber ein verkaufter Arbeitsplatz kann nicht wieder neu geschaffen werden. Es gibt momentan in Belgien immer weniger Arbeitsplätze.

Die Opel-Gewerkschaften haben beschlossen, seit Ende Januar die Auslieferung von Autos zu verhindern, um Druck auf das GM-Management auszuüben. Ihre Streikposten werden regelmäßig vom Solidaritätskomitee unterstützt. Auf europäischer Ebene stehen die Opel-Gewerkschaften geschlossen hinter dem Kampf der ArbeiterInnen in Antwerpen für den Erhalt ihres Werkes. Aber die Gewerkschaftsstrategie "den Schmerz gemeinsam zu teilen" (d.h. die ArbeiterInnen in den verschiedenen europäischen Fabriken sollen die gleichen Opfer bringen) ist keine wirkliche Alternative für die ArbeiterInnen. Auf europäischer Ebene sollten die Gewerkschaften und linken Parteien eine Kampagne starten, welche das Ziel hat, die Opelwerke unter Arbeiterkontrolle in Staatseigentum zu überführen und diese effektiv umzugestalten, damit umweltfreundliche Autos und Fahrzeuge für den ÖPNV produziert werden.
Im nächsten Monat soll Michael Moores Film "Kapitalismus - Eine Liebesgeschichte" zwei Mal gezeigt werden, um die Unterstützung für die Opel-Arbeiterinnen auf eine noch breitere Basis zu stellen. Im Mittelpunkt dieser Aktivitäten soll auch die Diskussion über eine notwendige Alternative zur bestehenden kapitalistischen Gesellschaft stehen, welche die ArbeiterInnen in die Arbeitslosigkeit zwingt, während die Bosse Riesenprofite machen.

Den Aufruf zur Verstaatlichung unter Arbeiterkontrolle kann man auf folgender Website nachlesen: www.zomervanopel.be

Siehe auch:
Opel hat Zukunft – in Arbeiterhand! Umsteuern und umrüsten jetzt!
"Behandlung" des Opel-Antrags - ein Lehrstück auf dem Landesparteitag der hessischen LINKEN

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