Wer hat denn Saddam hochgerüstet?

Die Beantwortung dieser Frage führt uns zurück in die 1980er Jahre, als die Weltordnung noch eine völlig andere war. Im Nachbarstaat Iran wurde die US-Marionette Schah Reza Pahlewi durch eine Revolution gestürzt, der sich mit westlicher Hilfe und einem hochgerüsteten Repressionsapparat an der Macht gehalten und im Gegenzug dem Westen das Erdöl fast nachgeworfen hatte. Von Anfang an war klar, dass die USA aufgrund der strikt antiamerikanischen Linie des neuen Regimes in Teheran das Erdöl nun nicht mehr so einfach bekommen würden. Noch dazu hatten sie einen wichtigen Partner in der Region verloren.

Die Beantwortung dieser Frage führt uns zurück in die 1980er Jahre, als die Weltordnung noch eine völlig andere war. Im Nachbarstaat Iran wurde die US-Marionette Schah Reza Pahlewi durch eine Revolution gestürzt, der sich mit westlicher Hilfe und einem hochgerüsteten Repressionsapparat an der Macht gehalten und im Gegenzug dem Westen das Erdöl fast nachgeworfen hatte. Von Anfang an war klar, dass die USA aufgrund der strikt antiamerikanischen Linie des neuen Regimes in Teheran das Erdöl nun nicht mehr so einfach bekommen würden. Noch dazu hatten sie einen wichtigen Partner in der Region verloren.

Um nicht noch einmal die Blamage im Ausmaß des Vietnam-Krieges erleben zu müssen und nicht die Beziehungen zur Sowjetunion zu gefährden, setzte die US-Regierung, die die nationale Sicherheit (womit die Gefahr gemeint ist, nicht mehr ausreichend mit Erdöl versorgt zu werden) durch den Iran bedroht sah, auf eine verdeckte Vorgehensweise. Das Naheliegendste war die militärische Unterstützung ihres damaligen Verbündeten, dem Irak unter der Führung Saddam Husseins.
So überschritt am 22.9.1980 die irakische Armee die iranische Grenze. Daraus entwickelte sich einer der längsten und blutigsten Kriege des 20. Jahrhunderts, der Erste Golfkrieg.

Donald Rumsfeld

Interessant ist aus heutiger Sicht, dass damals ausgerechnet der jetzige Verteidigungsminister der USA und einer der aggressivsten Kriegshetzer, Donald Rumsfeld, der Sonderbeauftragte des damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan für den Mittleren Osten war.
Aus den Erklärungen Howard Teichers (ehemals hoher Mitarbeiter der amerikanischen Nationalen Sicherheitsagentur NSA, der Rumsfeld 1983 nach Bagdad begleitet hatte) geht hervor, dass nach 1983 "CIA-Direktor William Casey persönlich die Operationen leitete, um sicherzustellen, dass Irak nicht den Krieg gegen Iran verlor und ausreichend mit Waffen, Munition und Fahrzeugen versorgt war."
Und zu diesen Waffen zählten auch Geräte zur Herstellung von chemischen bzw. biologischen Waffen. Die US-Industrie ging dadurch natürlich nicht leer aus, wie in einem Bericht des US-Senats von 1994 hervorgeht: "Von 1985 - wenn nicht bereits früher - bis zum Jahre 1989 haben amerikanische Firmen in Übereinstimmung mit dem Reglement für Exporterlaubnisse des Handelsministeriums ein wahres Hexengebräu von biologischen Substanzen in den Irak exportiert". "Diese Substanzen wurden nicht geschwächt, so dass sie zur Reproduktion fähig waren", heißt es in diesem Bericht weiter.
Im Widerspruch zu den heutigen Aussagen vieler westlicher Politiker(innen), welche öffentlich bekunden, wie schrecklich sie den Einsatz von solchen Waffen gegen die Zivilbevölkerung finden würden, und dass man dies keinesfalls unterstützen dürfe, gingen die US- (und bundesdeutsche) Exporte in den Irak mindestens bis Ende 1989 weiter. Und das noch, nachdem bekannt wurde, dass der Irak Chemiewaffen gegen den Iran und die Kurden im eigenen Land einsetzt.
1988 setzte Saddam bei Halabja Giftgas gegen Kurden ein. Die Weltpolizei USA sah es hier nicht als nötig an einzuschreiten. Nein, noch besser: US-Präsident George Bush senior (der Papa) gewährte Saddam Ende 1989 sogar noch weitere Mittel, um "US-amerikanische Exporte zu erhöhen," wie laut Noam Chomsky das Außenministerium argumentierte.
Und um die Angelegenheit abzurunden: "Später stellte sich dann heraus, dass diese ursprünglich von den USA exportierten Mikroorganismen mit jenen identisch waren, welche die Inspektoren der Vereinten Nationen aus dem irakischen Biowaffenprogramm entfernt haben", wie der bereits erwähnte Bericht des US-Senats fortfährt.

Politische Wende

Wie kommt es nun, dass aus USA und Irak, den zwei ehemals so guten Freunden, nun plötzlich die verbitterten Feinde wurden?
Nach dem Ende der Ersten Golfkriegs waren die irakischen Staatsfinanzen mehr als am Boden. In der Folge besetzte die irakische Armee im August 1990 Kuwait, was zu einem Aufschrei in den höheren Rängen der USA führte. Das Argument der USA, man müsse aus "humanitären" Gründen gegen den Irak vorgehen, war natürlich eine absolute Farce. Der Weltpolizist USA hatte nur die Absicht, im Irak ein Exempel zu statuieren, damit niemand es wagen sollte, die Interessen der USA zu gefährden. Die UNO war im Golfkrieg das willfährige Werkzeug in den Händen des Imperialismus zur Durchsetzung einer "Neuen Weltordnung".
Nachdem am 15.1.1991 das UN-Ultimatum ausgelaufen war, folgte eine massive Militäraktion gegen den Irak durch die westlichen imperialistischen Mächte: die Operation "Desert Storm".

Nach dem Krieg: tödliche Sanktionen

In diesem 42-tägigen Krieg kamen Hunderttausende Zivilisten und Soldaten ums Leben. Die westlichen Medien fantasierten von einem "sauberen" Krieg. Dank neuester Waffensysteme seien nur militärische Ziele präzise zerstört worden. Der frühere US-Justizminister Ramsey Clark fasste zusammen, was damals unter "militärischen Zielen" verstanden wurde: Für das Land ökonomisch wichtige Infrastruktur wie Fabriken, Ölraffinerien und Elektrizitätswerke, Wasser- und Abwasserwerke, Staudämme, Lager- und Transportsysteme für landwirtschaftliche Produkte, Getreidesilos und Viehherden. Durch den Zusammenbruch des Abwassersystems starben nochmals Tausende von Menschen. Und die landwirtschaftliche Produktion ging um die Hälfte zurück.
Durch den Druck der USA wurden über den Irak extrem scharfe Wirtschaftssanktionen verhängt. Darunter hat natürlich nicht Saddam Hussein und seine Gefolgschaft, sondern die Mehrheit der Bevölkerung gelitten. Auch Lieferungen für den Wiederaufbau wurden mit Sanktionen belegt.

Bis heute sind aufgrund der Sanktionen zwischen 1 bis 1,5 Millionen Menschen im Irak gestorben, darunter 500.000 Kinder, also mehr als in Hiroshima.
Auch der Einsatz von mit Uran angereicherter Munition hatte seinen Preis: Die Todes- und Fehlgeburtenrate in Regionen, welche direkt bombardiert wurden, haben sich um mehr als das Dreifache erhöht.

USA und CIA und Mineralölkonzerne haben nicht nur Saddam Hussein, sondern auch die Taliban und Bin Laden hochgepäppelt und aufgerüstet. Daher ist tiefstes Misstrauen angesagt, wenn sie jetzt im Namen der "Menschenrechte" jene Geister wegbomben wollen, die sie selbst gerufen haben. Den Urhebern in Washington gehört das Handwerk gelegt. Wir brauchen Regimewechsel in aller Welt - angefangen mit den USA.

Redaktion Der Funke

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