Kategorie: Geschichte

Die Geschichte des 1. Mai als internationaler Kampftag

Der 1. Mai ist der traditionelle Kampf- und Feiertag der internationalen Arbeiterbewegung. Auch dieses Jahr werden wir uns an den Kundgebungen und Demonstrationen des DGB beteiligen und für eine Welt ohne Krieg, Ausbeutung und Unterdrückung demonstrieren.
Wo liegen aber die Ursprünge dieser Tradition?




So fing es an: Der 1. Mai als Tag der internationalen Arbeitersolidarität hat seine Ursprünge im Kampf der US - amerikanischen Arbeiterbewegung für den 8 - Stunden - Tag in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts.

"Acht Stunden Arbeit, acht Stunden Erholung, acht Stunden Schlaf"; diese Forderung war in den USA bereits in den 50er Jahren lautstark erhoben worden. Nach jahrzehntelangem vergeblichem Bemühen, den Acht-Stunden-Tag auf gesetzlichem Wege einzuführen, spitzte sich der Konflikt im Jahre 1886 zu.

Anfang Mai jenes Jahres fanden Streiks in Chicago breite Unterstützung. Am 3. Mai griffen 200 bewaffnete Polizisten eine Demonstration von 6000 Arbeitern an; es gab ein Todesopfer und viele Schwerverletzte.

Als am 4. Mai auf dem Heumarkt (Haymarket) von Chicago Polizisten eine friedliche Solidaritätskundgebung von Arbeitern auflösen wollten und offensichtlich ein Provokateur eine Bombe in die Reihe der Polizisten warf, löste dies eine massive staatliche Terrorwelle in ganz USA aus. Hunderte von organisierten Arbeitern wurden verhaftet und gefoltert, es kam zu Schauprozessen mit Todesurteilen und Hinrichtungen bekannter Arbeiterführer.

"Wenn Sie aber glauben, dass Sie dadurch, dass Sie uns hängen lassen, die Arbeiterbewegung auslöschen, ... dann hängen Sie uns doch: Sie werden hier einen neuen Funken austreten, aber dort und hinter Ihnen und vor Ihnen und überall werden neue Flammen auflodern. Es ist ein unterirdisches Feuer. Auslöschen können Sie es nicht", erklärte einer der Angeklagten, der deutsche Einwanderer August Spies, den Richtern - bevor er zum Tode verurteilt wurde. Nach der Haymarket - Tragödie unternahm der Staat alles, um die Arbeiterbewegung zu bekämpfen und den Acht-Stunden-Tag dort wieder zurückzunehmen, wo er schon erkämpft worden war. Doch die Bewegung für die Arbeitszeitverkürzung und den weiteren Aufbau der Arbeiterbewegung wie auch die internationale Solidarität konnte er damit nicht stoppen.

Am 14. Juli 1889 gründeten in Paris Vertreter von Arbeiterparteien aus aller Welt die Sozialistische Internationale. Dieser Kongress rief den 1. Mai 1890 zu internationalen Demonstrationen für den Acht-Stunden-Tag auf: "Es möge eine große einheitliche Manifestation der Arbeiter aller Länder veranstaltet werden, dass an dem nämlichen vereinbarten Tag in allen Ländern bzw. allerorts die Arbeiter die Vertreter der herrschenden Gewalt auffordern, die gesetzliche Dauer des Arbeitstages auf acht Stunden zu beschränken."
Der Kongress forderte im einzelnen:

  • Schaffung einer wirksamen Arbeiterschutzgesetzgebung für alle Länder mit moderner Produktion.
  • Den achtstündigen Normalarbeitstag.
  • Verbot der Arbeit von Kindern unter 14 Jahren und Beschränkung der Arbeit aller Minderjährigen von 14 bis 18 Jahren auf 6 Stunden pro Tag.
  • Verbot der Nachtarbeit mit Ausnahme für jene Betriebe, welche ihrer Funktion entsprechend ununterbrochene Laufzeit erfordern.
  • Eine mindestens 36 Stunden hintereinander umfassende Ruhezeit pro Woche.
  • Verbot solcher Industrien und solcher Arbeitsmethoden, welche der Gesundheit der Arbeiter besonders schädlich sind.

 

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