Kategorie: Deutschland

Der Funke Bundeskongress 2021

Am 10. und 11. April 2021 fand sich der Funke zum Bundeskongress zusammen. Wir diskutierten zwei Tage lang intensiv und hochmotiviert über die Perspektiven des Klassenkampfes und die revolutionäre Organisation. Obwohl der Kongress online stattfinden musste, war die Stimmung kämpferisch und konnte vor allem gegen Ende fast als euphorisch bezeichnet werden.

Bild: derfunke


Der Auftakt des Kongresses war am Freitagabend. Hier fanden sich online viele Genossinnen und Genossen zusammen, um gemeinsam unserem kürzlich verstorbenen Genossen Hans-Gerd Öfinger zu gedenken. Erinnerungen und Anekdoten, Gedanken und Gefühle, die durch dieses tragische Ereignis aufkamen, wurden ausgetauscht. So war es auch für Genossinnen und Genossen, die noch nicht lange Teil der Organisation sind, möglich, einen Eindruck von „HG“ zu bekommen.

Sein Tod hat eine schreckliche Lücke in unseren Reihen hinterlassen, die nur sehr schwer zu füllen sein wird. Gleichzeitig war aber nach diesem Abend klar: Die schier endlose Energie und Opferbereitschaft sowie der unermüdliche Glauben an die Revolution, die Hans-Gerd Öfinger von seinem frühen Einstieg in den revolutionären Kampf bis zu seinem Tod in sich trug, muss jetzt – wo noch nicht geschehen – auf die ganze Organisation überspringen. Wir müssen diesen Kampf nun umso entschiedener weiterführen. Alle Genossinnen und Genossen waren und sind sich dieser Verantwortung bewusst.

So begann der Bundeskongress am Samstag mit einem Gefühl der Zuversicht, nicht des Verzagens. Nach einer kurzen Begrüßung wurde der Kongress mit den Weltperspektiven eingeläutet. Insgesamt zeigt sich eine Welt auf, in der sich die Widersprüche des globalen Kapitalismus immer weiter zuspitzen und so Millionen Menschen ins Elend ziehen. Gleichzeitig können wir eine Zuspitzung des Klassenkampfes und eine Radikalisierung der Jugend und Arbeiterklasse beobachten. Das ist der Hintergrund, vor dem unsere internationale Organisation mit Analysen, der richtigen Theorie und gezielten Interventionen den Arbeiterinnen und Arbeitern dieser Welt das Werkzeug an die Hand geben muss, diesem verrotteten System ein Ende zu bereiten und gemeinsam für den Sozialismus zu kämpfen.

Nachdem angeregt über den internationalen Klassenkampf diskutiert wurde, ging es daraufhin mit einem Referat und der Diskussion zu den Deutschen Perspektiven unserer Sektion weiter. Diese wurden im Vorfeld über mehrere Wochen intensiv in den Ortsgruppen diskutiert, weshalb das politische Niveau der Beiträge in der Diskussion sehr hoch und klar war.

Auch wenn Deutschland im internationalen Vergleich bisher scheinbar glimpflich durch die Pandemie gekommen ist, werden auch hierzulande die Risse im System einer immer breiteren Masse immer offensichtlicher. Die Fallzahlen steigen wieder und die herrschende Klasse mit ihren Parteien befindet sich mitten im Superwahljahr 2021 in einer tiefen Krise. Der Vorsprung der Regierungsparteien löst sich stetig auf und weicht einem tiefen Misstrauen in der Bevölkerung gegenüber der Regierungspolitik. Traditionelle Massenparteien und -organisationen der Arbeiterklasse können davon zurzeit allerdings wenig profitieren, da die Führung nach wie vor auf „Sozialpartnerschaft“ und Reformismus setzt und so die Arbeiterinnen und Arbeiter teils ins offene Messer laufen lässt. Nichtsdestotrotz lässt sich seit einigen Jahren eine zunehmende Polarisierung und Radikalisierung beobachten. Vor allem die Jugend sucht nach revolutionären Antworten und ist offen für marxistische Ideen.

An der Diskussion über unser Perspektivdokument und den Klassenkampf in Deutschland beteiligten sich viele Genossinnen und Genossen mit bereichernden und anregenden Beiträgen. Alle waren sich der Ernsthaftigkeit der Lage bewusst und zeigten sich motiviert, ihren Beitrag in den kommenden Kämpfen zu leisten.

Auf diese wichtige Diskussion folgte ein Internationaler Bericht. Wir waren begeistert zu hören, wie sich die IMT weltweit entwickelt und wächst. Deshalb fühlten wir uns nun umso mehr angespornt, unserer Rolle gerecht zu werden und dafür zu sorgen, dass die deutsche Sektion wächst und gedeiht. An Motivation fehlt es definitiv nicht.

Beendet wurde der erste Tag unseres Kongresses mit einem Referat über die Wichtigkeit der finanziellen Unabhängigkeit für eine revolutionäre Organisation der Arbeiterklasse. Zusammen mit den angeregten Diskussionen des Tages und der allgemein euphorischen Stimmung konnten wir eine ausgezeichnete Spendensammlung auf die Beine stellen. Dieses Geld wird nun in die Produktion von wichtiger marxistischer Literatur für die Arbeiterbewegung in Deutschland fließen.

Der Sonntag startete mit einem Referat zum Aufbau der Organisation. Die Diskussion zu diesem Dokument war ebenfalls sehr lebendig und inspirierend. Vor allem die Berichte aus den verschiedenen Ortsgruppen waren für alle Genossinnen und Genossen sehr interessant. Durch die Corona-Pandemie war der Austausch im letzten Jahr eingeschränkter und durch das rasante Wachstum vielerorts und die neuen Ortsgruppen war es wirklich großartig, nun mitzubekommen, was sich im Rest der Republik tut.

Uns ist es in den letzten Jahren gelungen, viele junge Revolutionäre für die Ideen des Marxismus und den Aufbau einer revolutionären Organisation zu begeistern. Ein wichtiger Erfolg dieser Arbeit ist die kürzlich zum ersten Mal herausgegebene Schülerzeitung „Klassenkampf“. Wir haben uns Ziele für den Aufbau unserer Organisation gesteckt und über die anstehenden Aufgaben diskutiert, die eine professionelle revolutionäre Organisation zu erfüllen hat. Insgesamt hat unsere Sektion die Pandemiesituation sehr gut für sich genutzt und blickt nun mit Freude darauf sich in die anstehenden Kämpfe der Arbeiter- und Jugendbewegungen zu stürzen.

Unseren Bundeskongress schlossen wir mit internationalen Grüßen und der tiefen Gewissheit einem gewaltigen Sprung, sowohl quantitativ als auch qualitativ, seit dem letzten Bundeskongress hingelegt zu haben. Nach dem Singen der Internationale hätte man sich gerne in den Armen gelegen.

Für mich, wie sicherlich auch für andere, die noch nicht allzu lange Mitglied sind, war jetzt wirklich spürbar, was es heißt, Teil des Funke und der IMT zu sein. Dafür bin ich unglaublich dankbar. Zuversichtlich und entschlossen blicke ich nun mit meinen Genossinnen und Genossen den kommenden revolutionären Kämpfen entgegen.

 

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