Kategorie: Deutschland

Editorial Funke Nr. 135: Unsere Zukunft: Sozialismus!

Wer dieser Tage auf die kapitalistische Gesellschaft schaut, ist fast dazu gezwungen, in Ängste oder Depressionen zu verfallen. Doch das muss nicht sein. Marxistische Theorie – wenn sie richtig verstanden und angewandt wird – ist die Quelle für realistischen Optimismus. Sie gibt eine vernünftige Einsicht in dieses Chaos und spornt zum revolutionären Handeln an. Wir können die Welt verändern!


Wem es an marxistischer Theorie  mangelt, dem geht es wie Dr. Doom, dem Starökonom Nouriel Roubini. Seine Auszeichnung hat er sich damit verdient, dass er den Crash von 2008 vorhergesagt hat. Seitdem zieht er mahnend um die Welt, hält den Strategen des Kapitals, den Regierungen und Kapitalisten Lektionen über die Krisensymptome ihres Systems.

In einem Interview im SPIEGEL (44/2022) spricht Roubini über „Megabedrohungen“, die die gesamte Menschheit an den Abgrund treiben. Er macht seinem Namen alle Ehre und verkündet gar: „Der dritte Weltkrieg hat praktisch bereits begonnen“. Doch damit schießt er weit über das Ziel hinaus.

Was aber spricht er damit aus? Der Kapitalismus steckt in einer existenziellen Krise. Er kann der Menschheit keinen Fortschritt mehr liefern. Wenn Gesellschaften den Pfad des Niedergangs betreten, dann macht sich Weltuntergangsstimmung  breit. Die alte Gesellschaft liegt im Sterben, aber die neue ist noch nicht bereit geboren zu werden, da treten die Monster ans Tageslicht. Ein Krisenphänomen reiht sich an das nächste. Die Stürme der Anarchie des kapitalistischen Marktes bringen sie hervor. 

So schreibt der Economist: „Die heutige Welt ist viel instabiler, erschüttert von den Launen der Rivalität zwischen Großmächten, den Nachwehen einer Pandemie, wirtschaftlichen Umwälzungen, extremen Wetterereignissen und einem raschen sozialen und technologischen Wandel.“ Doch er möchte nicht schwarzseherisch daherkommen und empfiehlt sich der bürgerlichen Klasse damit, dabei „zu helfen, dieser neuen Realität mit Zuversicht zu begegnen.“

Wie schaut diese Zuversicht aus? Die FAZ zitierte kürzlich einen Banker zur aktuellen Krisenentwicklung: „Die Zahlen sind besser als die Lage und die Stimmung“.   Soll heißen: Die Zahlen der Finanzsphäre, vom Aktienkurs bis Bitcoin, haben nichts mehr mit der Realität gemeinsam. Die Geldpolitik seit 2008 war vom Standpunkt der Kapitalistenklasse vollständig verantwortungslos: Geldfluten und Nullzinsen. Das hat die Spekulation in unbekannte Sphären getrieben. Die globale Gesamtverschuldung liegt bei über 350 % des weltweiten BIP.

Jetzt steuern die Zentralbanken um. Die Zinsen werden angehoben, in der Hoffnung, der Inflation entgegenzuwirken. Doch dieses Produkt der gesamten Wirtschaftspolitik der letzten Jahrzehnte ist kein leicht zu bändigender Tiger. Mit der Inflation und der Zinspolitik bahnt sich ein dramatischer Wirtschaftseinbruch seinen Weg.

Die Schulden werden untragbar für Unternehmen und ganze Staaten. Die Blasen beginnen zu platzen. Die Spekulationskurse kommen auf den Boden der Tatsachen zurück. Im November erfolgten erneut atemberaubenden Kursverluste der weltweit größten Technologiekonzerne.

Die Folgen dieser Spekulation entpuppen sich als soziale Katastrophe: Massenentlassungen. Twitter wirft 50 % der Beschäftigten raus, Eventbrite 45 %, Groupon 44 %, Crypto.com 30 %, AirBnb 25 %, Intel 20 %, Snapchat 20 %, Coinbase 18 %, Uber 14 %, Lyft 13 %, Meta 13 % usw. Bei Redaktionsschluss haben die Bosse von über 780 Tech-Unternehmen mehr als 120.000 Arbeiter in diesem Jahr entlassen. Andere Sektoren werden folgen.

Anders als Roubini, der sich dieser Tage religiösen Riten hingibt und entspannte Gespräche bei gutem Essen in kleiner Runde schätzt, können es sich die Massen nicht leisten sich zurückzuziehen. Sie müssen kämpfen. Der realexistierende Kapitalismus beginnt auf der ganzen Welt seinen Totengräber – die Arbeiterklasse – aufzurütteln. Wir leben in einer Epoche der Krisen, Kriege, Revolutionen und Konterrevolutionen.

Die Aufgabe der Arbeiterbewegung ist es zu verstehen, dass der Kapitalismus das Problem ist. Die Produktion für Profit, die Konkurrenz zwischen Unternehmen und Staaten, das Privateigentum an Produktionsmitteln und die Anarchie des Marktes sind Fesseln für jeglichen Fortschritt. Doch die Arbeiterklasse kann diese Fesseln sprengen.

Wir Marxisten kämpfen für eine sozialistische Planwirtschaft, für Kontrolle der Produktion und Verteilung durch die Arbeiterklasse, für sozialistische Demokratie. Mit diesem Programm, mit marxistischer Theorie und einer organisierten revolutionären Strömung in der Arbeiterbewegung und Jugend ist der Kapitalismus überwindbar. Wir sind Optimisten, weil wir für eine notwendige und realistische Sache kämpfen: Sozialismus zu unseren Lebzeiten! 

 

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