Kategorie: Jugend

Fridays for Future: Kampf gegen Klimakatastrophe und Kapitalismus

Zum zweiten Mal fand am 24. Mai der globale Klimastreik der Fridays for Futures (FfF) statt, dem in Deutschland 320.000 Schülerinnen und Schüler beiwohnten.


In Konstanz waren es laut Angaben der Veranstalterinnen und Veranstalter mehr als 1.000 Leute jeder Altersklasse. Konstanz war die erste Stadt Deutschlands, die auf Druck der FfF den Klimanotstand ausrief, was die Demonstrantinnen und Demonstranten auch in ihren Slogans während des Marsches gebührend anerkannten. In Gesprächen mit Studierenden und älteren Schülerinnen und Schülern kam ein breites Meinungsspektrum hervor, was die Lösung der Klimakatastrophe betraf. Während einige einer demokratischen Planwirtschaft und der sozialistischen Gesellschaft als Antwort auf die Katastrophe wohlwollend zustimmten, fanden wiederum andere das System an sich nicht problematisch, sondern wollten lediglich „Köpfe austauschen“.

Der Demozug selbst stand auch unter dem Motto der anstehenden EU-Wahl vom 26. Mai 2019. Sie wollten streiken, bis die herrschende Politik ihre Forderungen umsetzen, betonten sie. Diese werden auch von wissenschaftlicher Seite bestätigt und für richtig anerkannt, was die Dringlichkeit eines Wandels untermauert. Dennoch macht gerade die indirekte Zusammenarbeit mit „Pulse of Europa“ in Konstanz, einer kleinbürgerlichen Vereinigung von selbsternannten „Freunden der Europäischen Union“, nachdenklich. Das schlug sich mitunter auch in Sprüchen wie „Es gibt kein Recht einen SUV zu fahren!“ nieder sowie in vereinzelten Forderungen, den individuellen Fleischkonsum aufzugeben. Eine weitergehende gesellschaftskritische Komponente fehlte.

Nichtsdestoweniger ist die Bewegung der FfF ein wichtiger Ausdruck einer sich kämpferisch gebenden Jugend, die die Folgen des Klimawandels richtig einschätzt. Sie ist ebenso Ausdruck einer sich politisierenden neuen Generation, die trotz des heterogenen Charakters von FfF für sozialistische Alternativen offen ist. Gerade die schwedische Aktivistin und Initiatorin Greta Thunberg betonte mehrmals in Interviews, dass bei ausbleibendem Erfolg der herrschenden Klasse ein Systemwechsel unausweichlich sei wird. Dieser muss in die Forderungen der FfF einfließen und die Kritik an der herrschenden Klasse stärken. Zwar ist es löblich, den individuellen Lebensstandard ökologischer gestalten zu wollen, jedoch hat das im großen Rahmen nahezu keinen Einfluss. So lange es Industriemonopolisten wie RWE, E.on und BASF gibt, die unter den Top 5 in Deutschland mit den höchsten CO2-Emissionen liegen, hat der individuelle Verzicht wenig Substanz.

Die Lösung des Problems kann im Kapitalismus nicht gefunden werden. Die Überwindung der Klimakatastrophe kann nur in der Überwindung des Kapitalismus stattfinden, die zu einer demokratischen Planwirtschaft führen muss. Die Profitgier der Kapitalisten steht diametral gegen das Anliegen der FfF, Green-washing inklusive. Dabei rennt uns die Zeit davon. Die Forderung, bis 2030 aus der dreckigen Kohle auszusteigen, wird immer unrealistischer, wenn die herrschende Klasse sich auf moralische Empörungen zurückzieht und das demokratische Engagement der Schülerinnen und Schüler mit der Anwesenheitspflicht in Schulen konterkariert. Diese Bewegung macht Hoffnung und Mut auf eine tiefgreifende Veränderung, denn es ist fürwahr die junge Generation, die zu allererst für den Erhalt des Planeten zu kämpfen hat. Doch sie kommt nicht umhin, einen Klassenstandpunkt zu beziehen und sich auf die Seite der Arbeiterklasse zu stellen.

Der Kampf gegen den Kapitalismus und seine Klimakatastrophe ist untrennbar miteinander verknüpft. Nur eine sozialistische Revolution kann dem Einhalt gebieten, und diese wird die Revolution der Arbeiterklasse sein. Rosa Luxemburg schrieb einst, es bestünde nur die Alternative zwischen Sozialismus oder Barbarei. Heute müsste man sagen: Sozialismus oder Aussterben.

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