Kategorie: Jugend

Corona und Studium: Genug ist Genug!

Auch Studierende sind von der Corona-Krise betroffen: Viele haben mit ihrem Nebenjob ihre Lebensgrundlage verloren und können ihre Mieten nicht mehr zahlen. Hinzu kommt ein größeres Arbeitspensum im Onlinesemester. Während die Prüfungen immer näher rücken, wächst die Verzweiflung und Wut unter den Studierenden. Jetzt ist es an der Zeit sich zu wehren!


Die Corona-Krise trifft nicht alle gleich: Großunternehmen werden mit hohen Milliardenbeträgen gerettet, Lohnabhängige verlieren ihre Jobs oder beziehen das oftmals nicht ausreichende Kurzarbeitergeld. Die Kapitalisten bringen ihre Profite in Sicherheit und lassen uns im Regen stehen. Das gilt vor allem für prekär Beschäftigte: Leiharbeiter, Teilzeitbeschäftigte und Minijobber. Viele davon sind Studierende. Ein Großteil der Studierenden, nämlich 68%, haben neben ihrem Studium einen Teilzeitjob. Von ihnen sagen 59%, dass dieser Nebenjob für ihren Lebensunterhalt notwendig ist.1 In den letzten Wochen haben 40% von ihnen ihren Job verloren und kommen in ernsthafte Schwierigkeiten ihre Miete zu bezahlen.2

Hinzu kommt ein erhöhter Stress im Studium. Die Univerwaltungen versuchen mit allen Mitteln das Studium in der vorgesehenen Zeit fortzuführen, ungeachtet der persönlichen Situation von Hundertausenden Studierenden. Zu den Schwierigkeiten der Onlinelehre (etwa schlechte technische Voraussetzungen und überforderte Dozenten) kommt ein außergewöhnlich hohes Arbeitspensum. Zudem sollen noch Prüfungen und Abgaben aus dem letzten Semester zusätzlich mitten im laufenden Semester gemeistert werden. Deshalb müssen viele Studierende Kurse abwählen. Ihre Studienzeit verlängert sich unfreiwillig. Das heißt oft, dass sie die Regelstudienzeit nicht einhalten können, was nicht zuletzt im Hinblick auf den BAföG-Bezug fatal sein kann.

Während das Semester sich dem Ende zuneigt und die Prüfungsphase immer näher rückt, steigt der Druck auf viele Studierende. Jetzt ist es an der Zeit, dass wir uns organisieren und kämpfen! In einigen Städten haben bereits Demonstrationen stattgefunden. Oft wurde jedoch wenig mobilisiert. Die Bewegung muss jetzt so weit wie möglich ausgeweitet werden! Das Bündnis aus Asten, Gewerkschafts- und Parteienjugendorganisationen sollte jetzt alles daransetzen, möglichst große Teile der Studierendenschaft zu erreichen. Nur so können wir Studierende uns mit den Basismitgliedern der Gewerkschaften für einen gemeinsamen Kampf aller Lohnabhängigen und Studierenden gegen die Einschnitte in Folge von Corona und Wirtschaftskrise einsetzen.

Gemeinsam kämpfen!

Wenn diese Situation eines zeigt, dann ist es die Erkenntnis, dass die meisten Studierenden mittlerweile klar Teil der Arbeiterklasse sind. Nicht nur müssen knapp zwei Drittel ihr Studium mit einem Nebenjob finanzieren, arbeiten also fast ausschließlich in prekären Arbeitsverhältnissen. Auch nach dem Studium sind die Aussichten nicht allzu rosig: Für die meisten Studierenden bedeutet selbst ein guter Abschluss oftmals immer noch große finanzielle und berufliche Unsicherheit. Ein befristeter, schlechtbezahlter Job reiht sich an den nächsten, unterbrochen von unbezahlten Praktika. Selbst Studienabschlüsse in Jura oder BWL sind schon lange kein Garant mehr für einen gut bezahlten Job.

Egal wie oft die Vertreter der postmodernen akademischen Linken wiederholen, dass es die Arbeiterklasse nicht mehr gäbe: Die Arbeiterklasse ist heute im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung so groß wie nie zuvor und die allermeisten Studierenden gehören dazu.

Die Kapitalisten haben die Corona- und Wirtschaftskrise rücksichtslos auf die Arbeiterklasse abgewälzt. Millionen Lohnabhängige sind betroffen, nicht nur Studierende. Die Regierung ist allein darauf bedacht, die Profite der Kapitalisten zu schützen. Verbesserungen können wir nur erkämpfen, wenn alle Arbeiterinnen und Arbeiter, Studierende und Nicht-Studierende, Leiharbeiter und Stammbelegschaften aus allen Branchen und Betrieben gemeinsam kämpfen und streiken. Die Gewerkschaften müssen aktiver und mobilisierender Teil dieses Kampfes werden. Sieben Millionen Menschen sind derzeit auf Kurzarbeit, Hunderttausende haben ihren Job verloren. Der Druck wächst. Wenn die DGB-Gewerkschaften mit aller Kraft für gemeinsame Forderungen (wie z.B. volle Lohnfortzahlung, Rettung aller Arbeitsplätze, Verstaatlichung von der Schließung bedrohter Betriebe, Stopp aller Mietzahlungen bei krisenbedingtem Lohnausfall, Enteignung von Leerstand) mobilisierten, würden Millionen folgen. Das ist der einzige Weg vorwärts: Der gemeinsame Kampf aller Lohnabhängigen ohne angezogene Handbremse!

Kapitalismus abschaffen – Sozialismus erkämpfen!

Die aktuellen Kämpfe um Verbesserungen müssen mit dem Kampf für die sozialistische Umwandlung der Gesellschaft verbunden werden! Die Schwierigkeiten und Ungerechtigkeiten, unter denen Studierende und Arbeitende jetzt zu leiden haben, sind kein Zufall oder Ergebnis einer unaufhaltsamen Naturkatastrophe. Sie sind Folge eines Systems, in dem allein der Profit einer kleinen Klasse von Kapitalisten zählt. Ein System, in dem der Großteil der Menschen für die Kapitalisten nicht mehr ist als „Humankapital“ – Arbeitskräfte, die dafür da sind, den Kapitalisten größere Profite zu erwirtschaften.

In der schwersten Wirtschaftskrise seit Bestehen des Kapitalismus sind selbst die kleinsten Verbesserungen und Zugeständnisse an die Arbeiterklasse nur durch konsequenten Klassenkampf von unten zu gewinnen. Der Kapitalismus muss überwundern werden! Die Großkonzerne müssen unter Belegschaftskontrolle verstaatlicht werden! Nur in einer demokratischen Planwirtschaft, in der das Interesse aller Arbeitenden und nicht das Profitstreben weniger gilt, können wir den unermesslichen gesellschaftlichen Reichtum zum Wohle aller einsetzen. Deswegen kämpfen wir als Marxistische Studierende in Berlin, Hamburg, Konstanz, Mainz, Würzburg, Bamberg, Tübingen, München, Magdeburg und anderen Städten für den revolutionären Sturz des Kapitalismus und die sozialistische Transformation der Gesellschaft. Als Der Funke sind wir Teil der International Marxist Tendency und kämpfen mit Genossinnen und Genossen in über 40 Ländern der Welt für das gleiche Ziel. Wenn du dich diesem Kampf anschließen willst, kontaktiere uns und werde aktiv! Die Revolution braucht dich!

Unsere Forderungen:

1) Auskömmliche staatliche finanzielle Soforthilfen für alle. Diese müssen unbürokratisch zu bekommen sein. Die Kosten dafür dürfen nicht auf die Arbeiterklasse abgewälzt werden! Die Kapitalisten sollen zahlen!

2) Angemessene Abgabefristen und Prüfungen unter der Aufsicht von demokratischen Gremien aus Studierenden! Das laufende Sommersemester darf nicht für Regelstudienzeit und Bafög gezählt werden!

3) Die Erhaltung aller durch Corona bedrohten Arbeitsplätze. Volle Lohnfortzahlung auch während Corona! Verstaatlichung aller von der Schließung bedrohten Betriebe!

4) Stopp aller Mietzahlungen bei krisenbedingtem Lohnausfall! Enteignung von spekulativem Immobilienleerstand und Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für alle!

5) Einen gemeinsamen Kampf für diese Forderungen mit allen Lohnabhängigen, die unter denselben Problemen leiden wie wir!

6) Der Kapitalismus ist die Ursache für die Kommerzialisierung der Bildung und soziale Ungerechtigkeit in der Uni wie auch anderswo. Er muss gestürzt werden! Kämpfen wir für die sozialistische Revolution!

1

 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks durchgeführt vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung, http://www.sozialerhebung.de/download/21/Soz21_hauptbericht.pdf

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