Kategorie: Kapital und Arbeit

Telekom-Proteste gehen weiter

Auch nach fast fünf Monaten schwelt der Konflikt um die Stellenabbaupläne bei der Deutschen Telekom weiter. „Wir sind mehr Wert - wir wehren uns“ lautete das Motto einer Demonstration von rund 250 Telekom-Beschäftigten aus Hessen und Rheinland-Pfalz am Mittwoch abend vor dem Hessischen Landtag in Wiesbaden. Mit dieser Aktion bemühte sich die Gewerkschaft ver.di um die Unterstützung durch Landespolitiker im Widerstand gegen den von Konzernchef Ricke in Angriff genommenen Abbau von 32.000 Arbeitsplätzen bis Ende 2007.

Der Wiesbadener Telekom-Betriebsrat Otto Seckler erinnerte daran, dass seit Beginn der Telekom-Privatisierung vor über zehn Jahren bereits 120.000 Stellen verschwunden seien. Nachdem der Konzern 2005 sechs Milliarden Euro Gewinn verbucht hätte, wolle das Management für den geplanten Personalabbau jetzt 3,3 Milliarden Euro ausgeben. Seckler beklagte die Schließung von 46 Callcenter-Standorten und die starke Benachteiligung von Frauen und Behinderten im Unternehmen. Auszubildende würden nach der Lehre in die Arbeitslosigkeit entlassen.

Die Frankfurter ver.di-Sekretärin Anja Schiller erinnerte daran, dass erst vor zwei Jahren zur Sicherung von 10.0000 Telekom-Arbeitsplätzen eine Arbeitsverkürzung bei nur teilweisem Lohnausgleich vereinbart worden sei. Daher seien die Abbaupläne „ein Schlag ins Gesicht“ der Beschäftigten.

Laut Insiderangaben hatte bei der Telekom-Aufsichtsratssitzung im Dezember auch Aufsichtsratsmitglied Volker Halsch (SPD), bis Ende 2005 Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, für die Abbaupläne gestimmt und dem Konzernchef somit zur Mehrheit im Gremium verholfen. Dies hatte die Gewerkschafter verärgert. Laut ver.di-Angaben wollen nun hessische SPD-Landespolitiker diese Kritik aufgreifen und „neue politische Leitlinien“ für das Stimmverhalten von Politikern in den Aufsichtsräten teilprivatisierter Unternehmen aufstellen.

Hans-Gerd Öfinger

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