Kategorie: Ökologie

Nach der Atomkatastrophe in Japan: Nicht nur aussetzen – sondern abschalten!

Wir sprechen allen von der Atomkatastrophe in Japan betroffenen Familien und ihren Angehörigen unser tiefes Mitgefühl aus. Nach dieser Katastrophe mit ihren unabsehbaren Folgen darf es auch in Deutschland und Europa kein „Weiter So“ geben, auch nicht nach Ablauf des von der Bundeskanzlerin angekündigten dreimonatigen Moratoriums. Wir verlangen weitreichende Konsequenzen, um ein solches Szenario für andere Bereiche der Erde ein für allemal auszuschließen.



Wir fordern daher Landesvorstand und Bundesvorstand auf, im Sinne der nachfolgenden Forderungen aktiv zu werden und auf die Regierungen in Land und Bund in diesem Sinne einzuwirken:

  • Die sieben ältesten Atomkraftwerke sind sofort und für immer vom Netz zu nehmen und müssen auf Dauer abgeschaltet bleiben. Insbesondere sprechen wir uns für die sofortige und unwiderrufliche Stilllegung der Reaktorblöcke Biblis A und B aus. Biblis A ist der älteste deutsche Reaktor und seit 1975 in Betrieb. Biblis B ist nur zwei Jahre später ans Netz gegangen. Beide Reaktoren weisen eine lange Störfall- und Pannenserie auf und sind ein unkalkulierbares Sicherheitsrisiko.
  • Sofortige und unwiderrufliche Rücknahme der im vergangenen Herbst von der Regierungskoalition im Bund beschlossenen Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke.
  • Öffentliche Subventionen nur noch für umweltfreundliche Strom- und Energieproduktion.
  • Beschleunigter Atomausstieg bundesweit, europaweit und weltweit! Dazu müssen alle Kräfte für ein Programm zur Umrüstung der Energieerzeugung auf erneuerbare Energien (Sonne, Wind, Wasser, Gezeiten etc.) und zur sinnvollen Energieeinsparung in allen Bereichen gebündelt werden. Hierbei müssen Regierungen auf allen Ebenen, Kommunen und Stadtwerke, Wissenschaft, Forschung und Gewerkschaften an einem Strang ziehen. Hier können und müssen auch unsere im Energiebereich tätigen Kolleginnen und Kollegen ihre Erfahrung und Kompetenz einbringen und somit gleichzeitig längerfristig ihre Arbeitsplätze sichern.
  • Die Sicherheitsinteressen der Bevölkerung dürfen nicht den Profitinteressen von Energiekonzernen wie RWE, E.on, EnBW und Vattenfall untergeordnet werden. Diese Konzerne, die Energieerzeugung und Netze gehören vollständig in die öffentliche Hand und unter demokratische Kontrolle.
  • Wir rufen alle Mitglieder und Gliederungen unserer Gewerkschaft zur Teilnahme an Protestaktionen, Demonstrationen und Kundgebungen der Anti-Atomkraft-Bewegung auf.
Begründung:

Der Unfall in Japan zeigt, dass Atomenergie nirgendwo beherrschbar ist. Auch in der Bundesrepublik und in Europa kann jederzeit ein schwerer atomarer Störfall bzw. Unfall geschehen. Nur wenige Umstände sind notwendig, um einen GAU auszulösen.
Atomkraftwerke wie Biblis und Neckarwestheim sind durch mögliche Erdbeben gefährdet und setzen die gesamte Bevölkerung einer hohen Gefahr aus. Diese Anlagen sind auf Grund des Reaktors nach westlicher Bauart vollkommen vergleichbar mit dem Atomkraftwerk Fukushima 1. Reaktoren wie in Biblis sind auch nicht gegen Flugzeugabstürze, Sabotage und terroristische Angriffe geschützt.
Eine weiträumige Evakuierung, wie sie nach einem schweren Störfall notwendig wäre, ist im dicht besiedelten Europa nicht möglich. Den nachfolgenden Generationen wird ein für viele zehntausend Jahre durch atomare Strahlung verseuchtes Gebiet vererbt.
Eine Kernschmelze, wodurch auch immer ausgelöst, ist nicht zu bewältigen, weder menschlich (wegen der vielen Toten, Kranken und lebenslang radioaktiv Verstrahlten) noch ökonomisch!

Die Nutzung der Atomenergie eignet sich nicht als „vorausschauende Brückentechnologie“. Zu viele Fragen wie z.B. die Entsorgung und Endlagerung sind ungelöst. Die Halden von Atommeilern (bzw. Schrott) blockieren umweltfreundliche Energieinvestitionen, den Ausbau und die Einspeisung erneuerbarer Energie. Nur durch einen endgültigen Ausstieg aus der atomaren Energie und durch einen Umstieg in erneuerbare Energien kommen wir diesen Zielen näher.

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