Kategorie: Solidarität

Die PTUDC nach dem Erdbeben in Pakistan: Solidarität von unten

Nach dem Erdbeben in Pakistan werden täglich die Opferzahlen nach oben korrigiert. Das Regime von Präsident und Armeeoberbefehlshaber Perez Musharraf ist offensichtlich unfähig, Herr der Lage zu werden und den Millionen von der Katastrophe Betroffenen zu helfen. Die Pakistan Trade Union Defence Campaign (PTUDC) leistet unter diesen Bedingungen eine vorbildliche Solidaritätsarbeit. Ein Bericht aus Pakistan.

Auf Initiative des linken Parlamentsabgeordneten Manzoor Ahmed, Präsident der PTUDC, startete am Montag von seinem Wahlkreis Kasur eine „Solidaritätskarawane“ in die betroffenen Erdbebengebiete im Kaschmir. Die Karawane besteht aus 20 LKWs, die Zelte und Medikamente nach Muzafferabad, Rawlakot, und Bagh, also in die drei größten Städte im von Pakistan kontrollierten Teil Kaschmirs, bringen werden. In den Städten und Dörfern auf dem Weg werden die Aktivisten der PTUDC um Solidarität werben und Spenden sammeln. Außerdem organisierte die PTUDC vier freiwillige Ärzteteams, die im Kaschmir Verletzte behandeln sollen. Manzoor Ahmed präsentierte legte bei einer Pressekonferenz ein Aktionsprogramm der PTUDC als Antwort auf die Erdbebenkatastrophe vor:
  1. Die Menschen sollen sich auf freiwilliger Basis in Volkskomitees zusammenschließen, um die Berge- und Hilfsarbeiten kontrollieren zu können.

  2. Einführung einer 25 % “Zalzala Tax” (Erdbebensteuer) auf die Profite aller multinationalen Konzerne und pakistanischen Kapitalisten und Großgrundbesitzer zur Finanzierung der Berge- und Hilfsarbeiten sowie des Wiederaufbaus in den betroffenen Gebieten.

  3. Ein Notprogramm, um allen Betroffenen unverzüglich den kostenlosen Zugang zu Trinkwasser, Gesundheit, Bildung und Elektrizität zu garantieren.

  4. Steuerbefreiung für alle Bauern und Arbeiter in den vom Erdbeben betroffenen Gebieten.

  5. Entweder Arbeitsplätze für die arbeitslosen Jugendlichen in den betroffenen Gebieten oder eine Arbeitslosenunterstützung in der Höhe von Rs 5000/- (US $ 80) pro Monat.

  6. Der Wiederaufbau soll durch Panchayats (= Volksräte) demokratisch kontrolliert und verwaltet werden.

  7. Gratisversorgung der Erdbebenopfer mit Strom, Erdgas und Öl.

  8. Wir müssen aus dem Versagen und der Unfähigkeit der herrschenden Clique, welche das Leiden der Massen noch mehr verschärft hat, die Konsequenzen ziehen. Der Klassenkampf muss organisiert werden. Unsere Perspektive kann nur eine siegreiche sozialistische Revolution sein.
Indem die PTUDC auch gemeinsam mit Vertretern der indischen Arbeiterbewegung Solidaritätsaktionen organisiert, setzt sie ein ganz wichtiges politisches Zeichen. Indien und Pakistan sind seit der Teilung im Zuge der Befreiung des indischen Subkontinents von der britischen Fremdherrschaft verfeindet. Bis heute tobt zwischen den beiden Staaten ein Konflikt um den Kaschmir. Bis an die Zähne bewaffnet stehen sich die herrschenden Eliten Indiens und Pakistans gegenüber. Die PTUDC schaffte es nun, dass mehrere linke Abgeordnete aus Indien finanzielle Hilfe und Medikamente, einschließlich 500 Blutkonserven, leisten. Diese grenzüberschreitende Solidarität ist voller Symbolkraft. Die PTUDC und die linke Jugendorganisation YFIS im Kaschmir beklagen selbst eine Reihe von Opfern und Vermissten. Fast jeder hat jemand aus seiner Familie verloren. Die psycho-sozialen Folgen dieser Katastrophe sind überhaupt noch nicht abzuschätzen. Die PTUDC sieht daher auch eine ihrer wichtigsten Aufgaben darin, die Moral der Betroffenen wieder zu heben. Allen voran geht es in der ersten Phase der Hilfsarbeiten einmal darum, die grundlegenden Bedürfnisse der Menschen zu stillen. Sie brauchen Trinkwasser, Medikamente, Essen, ein Dach über dem Kopf und Schutz vor der klirrenden Kälte. Durch politische Diskussionen, in denen das Versagen des Regimes aufgezeigt und die Notwendigkeit einer revolutionären Perspektive erklärt wird, versucht sie die Betroffenen zu ermutigen ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. In vielen Gebieten existieren die staatlichen Strukturen nicht mehr. Durch Selbstorganisation von unten soll das Chaos gestoppt werden. Die PTUDC organisiert auch Verteidigungskomitees gegen Plünderer. Internationale Solidarität ist sehr wichtig. Nicht nur die Spenden von Gewerkschaftern und linken Organisationen, sondern auch die Briefe und Solidaritätsbotschaften ermutigen die PTUDC unter diesen schwierigen Bedingungen durchzuhalten. Wir rufen alle unsere Leserinnen und Leser dazu auf, die Arbeit der PTUDC zu unterstützen. Jeder Euro zählt!

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Stichwort: Pakistan-Solidarität

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