Kategorie: Solidarität

Solidarität mit den kämpfenden Ölarbeitern in Albanien!

In der Ballsh-Raffinerie haben seit August 2020 die Ölarbeiter heftig und massiv protestiert, um 22 fehlende Monatsgehälter zu bekommen. Zudem fordern sie feste Arbeitsverträge. Nach der Ankunft einiger Raffinerie-Manager vor Ort überquerten sie gewaltsam die Polizeiabsperrung und die Firmenabsperrung. [Read here in English]

Bild: Organzata Politike


Anfang September 2020 versuchten sie, das Werksgelände zu besetzen. Unter diesen Bedingungen kam die Geschäftsleitung heraus – nachdem die Polizei von den Arbeitern zurückgedrängt wurde. Die Manager versprachen, um die Ölarbeiter zu beruhigen, dass innerhalb von zwei Tagen die Unterzeichnung der Arbeitsverträge beginnt und die ausstehenden Löhne ab kommenden Montag bezahlt werden. Aber nichts geschah. Die Proteste gingen weiter und radikalisierten sich Tag für Tag. In einer Erklärung des Streikkomitees steht: „Die Raffinerie ist unser Eigentum. Gebt uns unsere Arbeitsbücher zurück!“

In ganz Albanien wuchs die Solidarität mit den Ölarbeitern der Ballsh-Raffinerie. Diese Raffinerie hat im Laufe der Jahre Gewinne in Milliardenhöhe für verschiedene Eigentümer erzielt, während die Ölarbeiter mit lächerlichen Gehältern (im Schnitt 240 Euro pro Monat) abgespeist wurden. Organzata Politike, eine weit links stehende Organisation, geführt von Studenten aus Tirana, ist bei allen Aktionen der Ölarbeiter dabei und wird von den Arbeitern akzeptiert.

In der Zeitung der Organisation steht: „Der gesamte Reichtum, der aus dem Schweiß unserer Ölmänner stammt, wird von den Eigentümern, der Bourgeoisie und ihren politischen Parteien angeeignet, aber auch von einigen Gewerkschaftsführern. Das sind privilegierte und gekaufte Arbeiteraristokraten.“ Es wird dazu aufgerufen, in ganz Albanien unabhängige Gewerkschaften nach dem Vorbild der Bergarbeiter und Ölarbeiter zu gründen.

In Tirana kam es dann am 26. September zu einer Massendemonstration von Ölarbeitern, Bergarbeitern und Studenten. Gefordert wurden nicht nur die ausstehenden Löhne, sondern die Vergesellschaftung des Bergbaues, der Ölindustrie und anderer wichtiger Sektoren der albanischen Ökonomie. Der Vertreter von Organizata Politike forderte zudem die „Arbeiterkontrolle der Produktion“.

Auf dem Weg zum Ministerium für Infrastruktur und Energie griffen mehrere Hundertschaften der Polizei die Arbeiter und Studenten brutal an. Das Internet ist voll mit Aufnahmen über den Polizeiterror in Tiranas Straßen. Aber damit ist der Kampf nicht beendet. Seit einigen Tagen befinden sich hauptsächlich Ölarbeiter im Hungerstreik. Jetzt gibt es zahlreiche Versprechungen der politischen Kaste. Diesen Versprechungen wird kein Glaube geschenkt, denn eine neue Privatisierungsrunde wurde für die Ölindustrie ausgeschrieben. Die Arbeiter hingegen betrachten das Öl in Ballsh als ihr Eigentum und fordern von der Regierung die ausstehenden Löhne. Die Privatisierung wird von den Arbeitern mit großer Mehrheit abgelehnt.

Einst arbeiteten im Ölsektor einige tausend Arbeiter. Nach der letzten Privatisierung noch knapp 800. Im Bergbau hat der albanische Multimillionär Samir Mane die Kollegen der von ihnen vor einem Jahr gegründeten Bergarbeitergewerkschaft entlassen. Auch dagegen gib es immer wieder Widerstandsaktionen der Arbeiter. Jetzt allerdings wird die Situation der hungerstreikenden Ölarbeiter dramatisch. Einigen von ihnen geht es sehr schlecht.

In allen größeren Städten Albaniens finden seit dem 10. Oktober Demonstrationen in Solidarität mit den Arbeitern im Hungerstreik statt. So zum Beispiel in Ballsh, wo sehr viele Arbeiter auf die Straßen gehen. Sie drohen damit, das gesamte Gebiet in Ballsh abzusperren und die Stadt auch für die Staatsorgane unzugänglich zu machen.

Die Forderungen der Arbeiter sind gerecht. Internationale Solidarität und Solidaritätsstreiks sind nötig. Wir unterstützen die kämpfende albanischen Arbeiterklasse in der Ölindustrie und im Bergbau. Wir fordern die sofortige Erfüllung der Forderungen der Öl- und Bergarbeiter.

Es liegt in der Verantwortung der Gewerkschaften und linker Organisationen in Albanien, den Kampf für die Verstaatlichung der wichtigen Produktionsstätten unter Arbeiterkontrolle, voranzutreiben. Die Geschäftsbücher müssen offengelegt und die Vermögen der Kapitalisten in der Ölindustrie und im Bergbau enteignet werden. Die Regierung von Edi Rama hat den Arbeitern in der Ölindustrie sofort die fehlenden Löhne auszuzahlen.

Neben dem Wüten der Corona Pandemie wütet in Albanien die herrschende Klasse.
Nieder mit den Kapitalisten! Für die Sozialistische Revolution!
Hoch die internationale Solidarität!
 

Solidarity with the struggling oil workers in Albania!

Since August 2020, oil workers at the Ballsh refinery have been protesting vigorously to receive 22 missing monthly salaries. Furthermore, they are demanding fixed employment contracts. After the arrival of some refinery managers on site, the workers violently crossed the police blockade and the company gate.
[Read here in German]

In early September 2020, they tried to occupy the factory premises. Under these conditions the management stepped out - after the police had been pushed back by the workers. To appease the oil workers, the managers promised that within two days the signing of the labour contracts would begin, and the unpaid wages would be paid from next Monday. But nothing happened. The protests continued and became more radical day by day. A statement by the strike committee said: "The refinery is our property. Give us back our work accounts!"

Solidarity with the oil workers at the Ballsh refinery grew throughout Albania. Over the years, this refinery has made billions of dollars in profits for various owners, while the oil workers were fobbed off with ridiculously low salaries (an average of €240 per month).
Organzata Politike, a far-left organisation led by students from Tirana, is present at all the actions of the oil workers and is accepted by the workers.

The organisation's newspaper states: "All the wealth that comes from the sweat of our oil workers is appropriated by the owners, the bourgeoisie and their political parties, but also by some trade union leaders. These are privileged and paid labour aristocrats." There is a call for the creation of independent trade unions throughout Albania, following the example of the miners and oil workers.

In Tirana, a mass demonstration of oil workers, miners and students took place on 26 September. They demanded not only the outstanding wages but also the nationalisation of the mining, oil and other important sectors of the Albanian economy. The representative of Organizata Politike also called for "workers control of the production".

On the way to the Ministry of Infrastructure and Energy, several hundred police units brutally attacked the workers and students. The internet is full of footage of police terror in Tirana's streets. But the struggle is not over. For some days now, workers have been on hunger strike, most of them oil workers. Now many promises of the political caste have been made. These promises are not being believed, because a new round of privatisation has been announced for the oil industry. The workers, however, consider the oil in Ballsh as their property and are claiming the outstanding wages from the government. Privatisation is rejected by a large majority of the workers.

Once, several thousand workers were working in the oil sector. After the last privatisation there are now only 800 workers left. The Albanian multimillionaire Samir Mane has sacked their colleagues of the miners' union that was founded a year ago. There have been repeated acts of resistance by the workers against this. Now, however, the situation of the oil workers on hunger strike is becoming dramatic. Some of them are in very bad condition.

Demonstrations in solidarity with the hunger strike workers have been taking place in all major Albanian cities since 10 October. Ballsh is just an example where a large number of workers are taking to the streets. They are threatening to close off the entire area in Ballsh and to make the city inaccessible to the authorities.

The workers' demands are justified. International solidarity and solidarity strikes are necessary. We support the struggling Albanian working class in the oil and mining industry. We demand the immediate implementation of the demands of the oil and mining workers.

It is the responsibility of the trade unions and leftist organisations in Albania to push forward the struggle for the nationalisation of the main production sites under workers' control. The books must be opened and the capitalist wealth in the oil and mining industries expropriated. The government of Edi Rama must immediately pay the workers in the oil industry the wages they are lacking.

In addition to the raging Corona pandemic, the ruling class is also raging in Albania.
Down with the capitalists! For the Socialist Revolution!
International solidarity!

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