Kategorie: Solidarität

Iran: Kriegsrecht in Schusch und Massenverhaftungen in der Rohrzuckerfabrik Haft Tapeh

Seit dem 20. Mai herrscht in der Stadt Schusch in der südiranischen Provinz Khuzistan militärischer Ausnahmezustand, nachdem Generalgouverneur Faraward den Befehl zur Niederschlagung der von der Bevölkerung unterstützten Arbeiterdemonstrationen gab. Seit drei Wochen streiken die Arbeiter von Irans staatlicher Rohrzuckerfabrik Haft Tapeh.



Letzte Nacht strömten Spezialeinheiten der Städte Khoramabad, Ahvaz und Dezful nach Schusch. Diese Kräfte kamen mit offenen Kleintransportern der Spezialeinheiten in die Stadt und haben in den verschiedenen Teilen der Stadt Position bezogen, einschließlich der Stadtmitte, des Bazars, nahe des Büros des Generalgouverneurs, der Hauptstraßen und Durchgangsstraßen der Stadt. Sobald sie Arbeiter bemerkten, die in die Stadt wollten, haben sie sie festgenommen und sie an einen unbekannten Ort gebracht.

Seit dem Morgen begannen Einheiten des Informationsministeriums und der Polizei mit den Massenverhaftungen von Arbeitern überall in der Stadt. Bis jetzt wurden Dutzende von Arbeitern verhaftet. Dabei sind auch Rahim Besagh, Kourosh Bahmani, Mehran Akbari und Ali Shahbazi.

Zur Zeit herrscht eine chaotische Situation in der Stadt. Trotz dieser Atmosphäre von
Einschüchterung und Angst sind die Arbeiter noch in der Stadt und planen eine Fortsetzung ihrer Demonstrationen bis ihren Forderungen nachgekommen wurde.

Nach zuverlässigen Informationen, die die Arbeiter erreicht haben, hat der Generalgouverneur von Schusch den Befehl erlassen, den Protest der Arbeiter zu zerschlagen und beaufsichtigt persönlich die Art und Weise, wie diese Unterdrückung ausgeführt wird.

Die Forderungen der Zuckerarbeiter sind wie folgt:

  • Zahlung der ausstehenden Löhne der letzten 3 Monate
  • Beendigung der Kriminalisierung und Vorladung der Arbeiter vor Gericht
  • Entlassung des Geschäftsführers der Firma, ein Mullah namens Yaghoob Shafiee, und des gesamten Managements
  • Entlassung des Sicherheitschefs der Firma, eine Person namens Zibdari, der in direktem Zusammenhang steht mit den tätlichen Übergriffen, Ausspionierung und Kriminalisierung der Arbeiter

Wir müssen den Druck aufrecht erhalten auf das Management dieses staatlichen Unternehmens und auf die iranische Regierung, damit alle Forderungen der Arbeiter akzeptiert werden und alle Beschuldigungen fallengelassen werden.

21. Mai 2008

Mehr Infos:

http://www.iwsn.org/campaigns/sugar.htm

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