Kategorie: Theorie

Die Lehren der Entartung des CWI

1. Über ein Jahr nach dem Ausschluß der Opposition und dem Beginn der Aufbauarbeiten für die neue Internationale sollten wir jetzt in der Lage sein, eine ausgewogene Analyse der Erfahrungen in der Vergangenheit anzustellen und vor allem die daraus folgenden notwendigen Schlußfolgerungen für die Zukunft zu ziehen.


2. Die Entartung der Taaffe-Sekte war das Ergebnis einer Reihe objektiver und subjektiver Faktoren. Wir müssen den Prozeß in seiner Gesamtheit betrachten und dürfen keine einseitigen Schlüsse ziehen, denn dies würde zu Verzerrungen und Fehlern bei der Arbeit der neuen Internationale führen.

3. Die Umsetzung des „Turn“ in ganz Britannien und weitgehend auch international markiert einen entscheidenden Bruch der Militant-Sekte mit dem Trotzkismus und bestätigt alle Prognosen der marxistischen Tendenz im Verlauf des Fraktionskampfes. Die Hauptaufgabe unserer Tendenz besteht in der Verteidigung der echten und unverfälschten Politik und Aufbaustrategie des revolutionären Marxismus.

4. Wir bekräftigen unseren Einsatz im Sinne der politischen und organisatorischen Tradition des Trotzkismus und Bolschewismus, wie sie von der Bolschewistischen Partei bis zum Tode Lenins verkörpert wurde, ebenso von den ersten vier Weltkongressen der Komintern, den Dokumenten der ILO, dem Gründungskongreß der Vierten Internationale und den maßgeblichen politischen Dokumenten der marxistischen Tendenz in den letzten 40 Jahren.

5. Es wäre völlig falsch, alles abzulehnen, was die alte Organisation gemacht hat, denn sie hatte es immerhin geschafft, über längere Zeit hinweg wichtige Ergebnisse einzufahren. Allgemein gesagt waren die grundlegende Politik und die Perspektiven der Tendenz korrekt. Dadurch konnte die erfolgreichste trotzkistische Organisation seit den Tagen der Internationalen Linken Opposition (ILO) aufgebaut werden. Die Opposition wurde ursprünglich genau zu dem Zweck gebildet, diese Ideen und Traditionen zu verteidigen und bewahren.

6. Über einen längeren Zeitraum hinweg – besonders das letzte Jahrzehnt – wurden offensichtlich schrittweise fremde Ideen und Methoden in die Organisation eingeführt. Dies führte zur Herausbildung einer Tendenz um die Person die Person des Generalsekretärs Peter Taaffe.

7. Diese Phänomen läßt sich nur verstehen als Ergebnis objektiver und subjektiver Faktoren. Die persönliche Rolle von Taaffe, sein Ehrgeiz und seine Einstellung gegenüber Ted Grant dürfen nicht unterschätzt werden. Der Marxismus bestreitet nicht die Rolle der Persönlichkeit in der Geschichte. Persönlichkeiten können eine enorme Rolle beim Parteiaufbau spielen – sowohl im positiven wie auch im negativen Sinn. Seit der Spaltung ist viel Information ans Tageslicht gekommen, die darauf hindeutet, daß die Manöver von Taaffe vor gut zehn Jahren begannen und in Britannien wie auch international ein beachtliches Ausmaß annahmen. Lange Zeit bewirkte die Präsenz von Ted Grant im britischen EK und von Alan Woods in der internationalen Zentrale, daß dieser Prozeß gebremst wurde. Doch zwangsläufig kam der Konflikt ans Tageslicht, obwohl der Anlaß für den Ausbruch zweitrangig war, und führte letzen Endes zur Spaltung.
Die Geschwindigkeit der politischen und organisatorischen Entartung dieser Sekte nach der Spaltung bestätigen im negativem Sinn diese Analyse. Nachdem die letzten Hemmungen gefallen waren, war die Entartung nicht mehr aufzuhalten. So kam es zur raschen Entartung der Organisation, und zwar noch schneller, als wir es vielleicht vorhersehen konnten.

8. Allerdings sind aus marxistischer Sicht personelle Faktoren immer der Politik untergeordnet. Obwohl die subjektive Rolle von Taaffe sich fatal auswirkte, müssen die tieferen Gründe für die Entartung in den allgemeinen Prozessen in der Gesellschaft, in der Arbeiterbewegung und unserer eigenen Tendenz gesucht werden, denn schließlich entwickelt sich unsere Tendenz nicht im luftleeren Raum; sie ist auch dem Druck des Kapitalismus ausgeliefert.

9. Der Druck des Kapitalismus auf eine kleine Organisation verstärkte sich um ein Mehrfaches in einer Periode, in der die britische Arbeiterklasse eine Reihe von Niederlagen erlitt (Beispiel Bergarbeiterstreik 1984-85). Der kapitalistische Aufschwung, der Sieg Thatchers und die prokapitalistischen Tendenzen in Rußland und Osteuropa schufen für die Marxisten eine komplizierte Situation.

10. Die verzögerte Verwirklichung der Perspektiven brachte eine gewisse Frustration mit sich. Dies hätte bewältigt werden können, wenn mit genügend Aufmerksamkeit und Energie an der politischen und theoretischen Stärkung und Ausbildung gearbeitet worden wäre. Stattdessen legte die britische Führung eine mechanistische Einstellung an den Tag und betonte, die objektive Situation sei „günstig“, so daß die Tendenz „immer weiter gestärkt werden“ könne.

11. Zweifellos wurden mit richtigen Arbeitsmethoden, Perspektiven, Politik und Taktik über einen längeren Zeitraum in Großbritannien große Erfolge verbucht. Doch der Parteiaufbau ist eine komplizierte Aufgabe. Es geht dabei nicht immer geradlinig aufwärts. Je nach dem allgemeinen Zustand der Klasse kann es manchmal aufwärts gehen, aber es kann auch Perioden von Stagnation, Niederlage oder sogar Reaktion geben.

12. In gewisser Hinsicht entsprachen in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre die Argumente der britischen Führung immer weniger der Erfahrung der Arbeiter in Betrieb und Gewerkschaft. Mit gut geschulten Kadern wäre es möglich gewesen, mit den Arbeitern in den Dialog zu treten, die allgemeinen Prozesse zu erklären und ihren Horizont zu erweitern. Allgemein gesagt sollte es eigentlich für eine marxistische Tendenz möglich sein, fast unter allen Umständen zu wachsen - vorausgesetzt, die Kaderbasis ist fest. Ohne Kader jedoch wurde statt mit politischer Aufklärung und Überzeugung mit organisatorischen und administrativen Mitteln und „Kommandomethoden“ gearbeitet.

13. Natürlich geht es nicht ganz ohne „Druck“, wenn eine Führung die Organisation auf ihre Verantwortung bei der Umsetzung schwieriger Aufgaben aufmerksam machen will. Aber in einer echten marxistischen Tendenz geschieht dies immer im Zusammenhang mit politischer Überzeugung. Wenn die Mitgliedschaft die Notwendigkeit einsieht, dann wird sie auch bereit sein, Opfer zu bringen und schwierige Aufgaben durchzuführen. Es geht nicht um die Frage der äußeren „Disziplin“, sondern um Erklärung und argumentative Überzeugung, Ansporn und Motivation. Eine Führung, die dies nicht zustande bringt, sollte sich nicht mehr „Führung“ nennen. Doch über eine gewisse Zeit hinweg war der Druck der Zentrale ausnahmslos ein organisatorischer Druck – eine Widerspiegelung des niedrigen politischen Niveaus der Hauptamtlichen.

14. Da der Parteiaufbau keine klaren Fortschritte brachte, arrangierte die Führung zunehmend spektakuläre Veranstaltungen. Besonders Taaffe mit seiner Vorliege für Show-Effekte war von dieser Idee wie besessen. Im Grunde sollte mit diesen Veranstaltungen ein (illusorischer) „Erfolg“ vorgeführt werden, obwohl die Tendenz im Grunde in großen Schwierigkeiten steckte. Je mehr sich die internen Probleme vertieften, umso extravaganter wurden diese „Rallies“.

15. All dies wäre unter Bedingungen eines wirklichen internen Lebens und einer stärkeren Mitwirkung aller Mitglieder nicht möglich gewesen. Die Mitglieder hätten die Arbeit der Führung kritisiert und kontrolliert. Aber im Grunde konnte von einem „Innenleben“ keine Rede mehr sein.

16. Es gab hierfür eine Reihe von Gründen, die wir schon an anderer Stelle darlegten. Hier in Kürze die wichtigsten Faktoren:

  1. Geringer Informationsfluß, der (anfänglich durchaus begründet) mit Sicherheitsproblemen gerechtfertigt wurde.

  2. Eine Schicht älterer, erfahrener Kader brach weg.

  3. Theorie und politische Schulung wurden vernachlässigt, und so sank das allgemeine politische Niveau.

  4. Eine Tendenz zum „Aktionismus“ im schlechtesten Sinne des Wortes, der das Alltagsleben der OGs völlig durcheinanderwirbelte.

  5. Es wurde eine große Anzahl frischer Leute rekrutiert, sie wurden jedoch nicht ausgebildet und geschult, sondern im Grunde mit falschen Methoden „erzogen“.

  6. Das niedrige politische Niveau der neuen Generation von Hauptamtlichen, die mehr oder weniger die „Linie“ der Führung akzeptierten und in ihrer politischen Hilflosigkeit selbst zu Kommandomethoden griffen.

17. Nach Lenins Tode initiierte die Stalin-Sinowjew-Clique das „Lenin-Aufgebot“, das zur massenhaften Rekrutierung frischer und nicht geschulter Arbeiter für die bolschewistische Partei führte. Dies war ein entscheidender Faktor für die Entartung der russischen Partei. Die alten bolschewistischen Kader wurden durch den Masseneintritt junger und politisch rückständiger Leute und daher durch den Apparat manipulierfähiger Leute an den Rand gedrängt. Ein ähnliches „Lenin-Aufgebot“ gab es auch in der alten Organisation. An und für sich war es nicht falsch, frische Leute zu rekrutieren. Der Fehler bestand darin, daß sie nicht im Sinne der marxistischen Ideen und Grundsätze geschult wurden. Die verheerenden Auswirkungen wurden im Fraktionskampf deutlich.

18. Der Rechtsruck in der Labour Party und der Ausschluß einer Reihe von Genossen ab 1983 schuf gewisse Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Arbeit in den Massenorganisationen. Doch diese Schwierigkeiten wurden von der Taaffe-Gruppe maßlos übertrieben. Denn unsere seither gemachte Erfahrung zeigt, daß es eben doch nicht "unmöglich" war, marxistische Arbeit in der Labour Party zu leisten. Im Grunde wollten die Taaffisten den schnellen Erfolg. In ihrer Ungeduld wandten sie sich von der langfristigen geduldigen Arbeit in den Massenorganisationen ab.

19. Die Poll-Tax-Kampagne war an und für sich kein Fehler. Die Tendenz knüpfte an die massenhafte Empörung über die konservative Regierung an. Allerdings warnte Genosse Ted Grant schon von Anfang an davor, daß sich der Erfolg in sein Gegenteil verkehren könnte, wenn den Ortsgruppen nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt würde.
Im Grunde setze die Anti-Poll-Tax-Bewegung die Funktion und Wirkungsweise der Organisation völlig außer Kraft. Und dabei hatten die OGs schon bei vorhergehenden Kampagnen seit dem Bergarbeiterstreik gelitten. Die OGs waren früher einmal Lebensmittelpunkt der Tendenz gewesen, doch mit der Zeit wurden sie im Grunde völlig an den Rand gedrängt.

20. Die Entwicklung vollzog sich im Laufe der Zeit ungefähr folgendermaßen: Der Schwerpunkt verlagerte sich von der OG zum Hauptamtlichen (wobei gleichzeitig das politische Niveau der/s Hauptamtlichen zurückging), vom Zentralkomitee zum EK und zum Generalsekretär und einer kleinen Clique seiner persönlichen Anhänger

21. Die Zentrale setzte die Hauptamtlichen unter Erfolgsdruck. Diese gaben den Druck einfach an die aktiven Mitglieder weiter, bei denen sich mehr und mehr Ermüdungserscheinungen zeigten.
Zunehmend stiegen Mitglieder aus der Arbeit aus. Das Ergebnis war eine verstärkte Tendenz zur Stellvertreterpolitik: ein Hauptamtlicher erledigte alles. Diese Krankheit kann eine revolutionäre Tendenz zerstören.

22. Die wesentliche Aufgabe einer revolutionären Organisation besteht im Aufbau von Bezugspunkten zur wirklichen Bewegung der Arbeiterklasse. Durch Showeffekte und Abenteuer ist dies nicht zu schaffen, sondern nur durch geduldige Arbeit über viele Jahre hinweg.
Das Verbrechen der Taaffisten bestand darin, daß sie diese Verbindungen zur organisierten Arbeiterbewegung unterbrachen und die Tendenz auf abenteuerliche Wege führten. Öffentliche Schaunummern, Großkundgebungen und andere prestigeträchtige Aktionen verdrängten eine ernsthafte und dauerhafte revolutionäre Arbeit.

23. So wurden die erfahrener Genosse(inn)en immer unzufriedener; viele von ihnen „stiegen aus“, und es rückten frische, ungebildete Leute nach. Da die Poll-Tax-Kampagne die Tendenz mit den erniedrigtsten und kaputtesten Schichten in der Gesellschaft in Kontakt brachte, wurde die Politik immer mehr an diese Schichten angepaßt. Anstatt sich auf die politisch fortgeschrittensten Arbeiter und Jugendlichen zu orientieren, ging man immer mehr auf die unorganisierten Schichten zu, d.h. die halb-Iumpenproletarischen Schichten. So wurde nicht nur die Parteiarbeit, sondern auch die Gewerkschaftsarbeit zu einer unbedeutenden Angelegenheit herabgestuft Alle diese Faktoren zusammengenommen bewirkten einen Nährboden für ultralinke Irrwege.

24. Die Entartung vollzog sich zunächst in der britischen Organisation. Erst später breitete sie sich auf einige Sektionen der Internationale aus. PT ging in der Internationale sehr vorsichtig vor. Über einen längeren Zeitraum hinweg schickte er einige seiner Strohmänner – TC, LC und andere – um die gleiche Operation gegen Alan Woods vorzunehmen, die er bereits gegen Ted Grant in der britischen Führung vollzogen hatte.

25. Die Auswirkungen der Entartung waren in einigen Sektionen spürbarer als in anderen. In den Sektionen, in denen Mitglieder der Taaffe-Clique am Werk waren, machten sie sich daran, die jeweilige Führung zu verdrängen und ihre eigenen Strohmänner in der Führung durchzusetzen.In anderen Fällen - Dänemark oder Frankreich etwa - wo sie nicht die Kontrolle bekommen konnten, wandten sie die schaurigste destruktive Taktik an.

26. Sie konnten sich aber noch nicht der absoluten Kontrolle sicher sein, solange Alan Woods und Ted Grant immer noch mitwirkten. Daher sorgten sie dafür, daß beide durch Manöver gezielt immer weniger Information erhielten, umgangen und hintergangen wurden und im Grunde isoliert wurden.

27. TS hatte vor, unter dem Schlagwort eines „kleineren und strafferen IEK“ in der Internationale eine Art „Putsch“ durchzuführen, so daß die Clique das IEK absolut beherrschen würde. Dies führte zum direkten Zusammenstoß mit Alan Woods und Ted Grant; alle Differenzen kamen so an die Oberfläche und führten schließlich zur Spaltung.

28. Die seitherige Erfahrung beweist: Es handelt sich nicht um zufällige Differenzen, sondern um zwei unversöhnliche Tendenzen. Auf der einen Seite eine Tendenz, die immer mehr abenteuerliche Wege einschlägt, vor dem Alltagsdruck kapituliert und sich von den marxistischen Grundsätzen entfernt, und andererseits die marxistische Strömung, die für die Verteidigung der unverfälschten Ideen und Traditionen der Bewegung eintritt

29. Die Auseinandersetzung mit den Lehren der Vergangenheit ist für uns keine akademische Frage. Es geht darum, die richtigen Schlußfolgerungen für die Zukunft zu ziehen.

30. Wir sehen uns nach wie vor in der Pflicht, die Ideen und Traditionen des Bolschewismus weiter zu führen. Die alte Organisation hat mit diesen Traditionen gebrochen. Die Hauptaufgabe besteht darin, wieder an dem Modell einer revolutionären Kaderorganisation anzuknüpfen, das wir in den 1960er und 70er Jahren hatten, nur auf einer höheren Ebene und unter Einbeziehung aller zwischenzeitlich gemachten positiven und negativen Erfahrungen.

31. Zu allererst geht es darum, der Politik und der marxistischen Theorie wieder ihren zentralen Stellenwert bei allen unseren Aktivitäten zurückzugeben. Ohne tiefgreifendes Verständnis für die grundlegenden Ideen werden wir nie etwas wirklich Festes aufbauen können. Wir müssen Arbeiter und Jugendliche zu echten Kadern heranbilden, die in der Lage sind, unabhängige revolutionäre Arbeit in den Gewerkschaften, den Parteiuntergliederungen, am Arbeitsplatz, in Schule und Hochschule durchzuführen. Sonst kommen wir keinen Schritt weiter.

32. Wir müssen die Arbeit in den – politischen und gewerkschaftlichen – Massenorganisationen wieder auf die Tagesordnung setzen. Eine tiefgehende Diskussion um das neue Dokument zu diesem Thema könnte dazu dienen, die Tendenz wieder mit klaren Ideen auszurüsten und bei der Erarbeitung einer richtigen Orientierung helfen.

33. Auf allen Ebenen der Organisation gilt es, der Stellvertreterpolitik den Kampf anzusagen. Hauptamtliche spielen beim Aufbau der Tendenz eine notwendige Rolle, die aber vor allem eine politische ist. Sie sollen dabei mithelfen, das allgemeine politische Niveau der Mitgliedschaft anzuheben und diese in die Lage zu versetzen, aktiv die Aufgaben der Organisation anzupacken.

34. Die Taaffisten haben in ihrem Größenwahn einen riesigen Apparat aufgebaut, der in keinem Verhältnis mehr zur jeweiligen Größe der Organisation oder ihren Bedürfnissen stand. Dies wurde selbst zum Problem, das schwer auf der Organisation lastete.
Natürlich sind wir für den Aufbau eines ernsthaften hauptamtlichen Apparates. Aber der Apparat ist ein Mittel zum Zweck und kein Selbstzweck. Wir müssen darauf achten, daß die Hauptamtlichen ein hohes politisches Niveau haben; es kommen solche Genossen in Frage, die selbst erwiesenermaßen Aufbauarbeit geleistet haben und Kontakte zur Arbeiterklasse herstellen können.

35. Die Entlohnung der Hauptamtlichen muß angemessen und regelmäßig sein. Alles andere wäre in jeder Hinsicht kontraproduktiv, denn dadurch würde die Arbeit und Moral der Hauptamtlichen ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen werden, und schlimmstenfalls kann diese den Nährboden für quasi-lumpenproletarische Tendenzen bilden.

36. Der wirkliche Erfolg einer revolutionären Tendenz zeigt sich am Grad der aktiven Mitwirkung der Mitgliedschaft. Der Erfolg eines Hauptamtlichen sollte sich daran messen, ob er diesem Ziel näher kommt und neue Kader heranbilden kann.

37. Die OG muß im Mittelpunkt des internen Lebens der Organisation fest verankert sein. Die OG-Führung – in aller Regel sollten die Hauptamtlichen dabei nicht mitwirken – sollte eine OG-Aufbaustrategie haben und die größmögliche Einwirkung auf das Alltagsleben der Arbeiter im entsprechenden Gebiet anstreben. Abgesehen von guter und gut vorbereiteter politischer Diskussion sollte die OG regelmäßig die Arbeit aller Mitglieder in der Arbeiterbewegung, am Arbeitsplatz, in Gewerkschaft, Schule oder Betrieb besprechen. Nur so kann die Mitgliedschaft wieder die Kontrolle über die Arbeit erlangen und können die Genossen ihre Talente und Fähigkeiten entfalten und Initiativen ergreifen.

38. Eine marxistische Führung kann nur eine politische und moralische Autorität haben. Debatten und Meinungsunterschiede müssen als Gelegenheit betrachtet werden, das politische Niveau aller Mitglieder anzuheben. Die einzige echte Garantie gegen die Gefahr einer künftigen Entartung besteht in einer ausgebildeten und gut geschulten, gut informierten und wachsamen Mitgliedschaft.

39. Dialektisch betrachtet können die Erfahrungen mit falschen Arbeitsmethoden in der Vergangenheit dazu beitragen, die Organisation zu stärken und ähnliche Fehler in der Zukunft zu vermeiden.

Siehe auch: Zur Spaltung des CWI – Wer nicht aus seiner eigenen Geschichte lernt …

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