Venezuela - Sechs Jahre nach dem Putsch

Sechs Jahre, nachdem der Putsch gegen die demokratisch gewählte Regierung von Hugo Chávez durch die großartige Mobilisierung der Massen niedergeschlagen wurde, sind die Widersprüche innerhalb der venezolanischen Revolution schärfer als je zuvor.
Foto: Arbeiter im verstaatlichten Stahlwerk SIDOR

Venezuela: Chávez verstaatlicht Stahl- und Zementindustrie

Die Regierung von Venezuela hat in diesem Frühjahr große Verstaatlichungen durchgeführt: Am 15. März verkündete Chávez die Verstaatlichung einer Großmolkerei und einer riesigen Schlachthofkette. Die gesamte Zementindustrie war am 3. April dran. Nun kann Nahrungsmittelknappheit gezielter bekämpft werden und das Material für soziale Wohnbau- projekte geplant hergestellt werden. SIDOR, das größte Stahlwerk Venezuelas, wurde am 9. April wiederverstaatlicht, nachdem der argentinisch-italienische Multi Techint Zugeständnisse im Kampf um einen Tarifvertrag verweigerte.

Die USA – Der Krieg, die Wirtschaft und die Wahlen

Vor fast fünf Jahren marschierten US-amerikanische Truppen in den Irak ein. Man wird schwindlig bei dem Gedanken, wie viele Menschenleben, wie viel Leid und wie viele ökonomische Ressourcen dieser Krieg gekostet hat. Nach Schätzungen des Pentagon sind 37.500 Zivilisten im Irak getötet worden. Ein unabhängiges Meinungsforschungs- institut setzt die Zahlen 32 Mal höher, bei einer Million, an. Fast 4000 US-Soldaten wurden getötet und 30.000 weitere erlitten teils schwere Verwundungen wie Hirnschäden oder mussten amputiert werden. Dies ist nur die Spitze des Eisbergs und berücksichtigt nicht die langfristigen Auswirkungen von abgereichertem Uran, posttraumatischen Stresssyndromen, Depressionen und Selbstmordversuchen usw.

Sturmwolken über der Karibik - Perspektiven der Kubanischen Revolution nach Fidel Castros Rücktritt

Die offizielle Hurrikan-Saison in der Karibik beginnt erst am 1. Juni, nach dem Rücktritt von Fidel Castro braut sich aber ein weit gefährlicherer Wirbelwind über der Karibikinsel Kuba zusammen.
In der Medienlandschaft herrscht Einigkeit, dass jetzt der Zeitpunkt für „Transformation“ und „Demokratie“ gekommen sei.

Interview über die Rolle der MarxistInnen in Venezuela

Bei einem Treffen der internationalen Leitung der International Marxist Tendency (IMT) hatten wir die Gelegenheit mit William Sanabria (W) und Yonie Moreno (Y) von der Corriente Marxista Revolucionaria (CMR) ein Interview über die Arbeit unserer Strömung in Venezuela zu führen.

Die venezolanische Revolution am Scheideweg

Die venezolanische Revolution hat die ArbeiterInnen, Bauern und Jugend ganz Lateinamerikas und weit darüber hinaus inspiriert. Die revolutionären Massen schufen regelrechte Wunder. Aber die venezolanische Revolution ist noch nicht zu Ende gebracht worden: Solange sie nicht die Oligarchie enteignet und die Banken und Schlüsselindustrien in privaten Händen verbleiben, ist ihre Vollendung unmöglich. Nach fast einem Jahrzehnt wurden diese Aufgaben immer noch nicht gelöst, und dies stellt eine Bedrohung für die Zukunft der Revolution dar.

Pyrrhus-Sieg der Opposition in Venezuela

Angenommen, die Abstimmung über die venezolanische Verfassungsreform wäre mit 51% Ja-Stimmen bei 49% Nein-Stimmen und einer Wahlenthaltung von 44% ausgegangen. Wie es der CIA-Oppositionsplan für diesen Fall vorgesehen hat, wäre es zu einer Eskalation der Gewalt und der Lüge gekommen. In der Tat hätte Chávez für den Fall eines Abstimmungsausgangs zwischen 50 und 60% Ja-Stimmen bei gleichzeitig hoher Wahlenthaltung vor einem Dilemma gestanden.

Venezuela: Was bedeutet die Niederlage im Referendum zur Verfassungsreform?

Das Referendum zur Verfassungsreform am 2. Dezember brachte die erste Niederlage von Chávez und die Bolivarische Revolution bei einem demokratischen Urnengang. Das offizielle Wahlergebnis ergab: 4.504.354 Stimmen gegen (50,70%) und 4.379.392 (49,29%) für die von Chávez vorgeschlagene Verfassungsreform. Der in den westlichen Medien als Autokrat dargestellte Chávez akzeptierte das Votum. Doch der Kampf für den „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ wird weitergehen.

Venezuela: Ja zur Verfassungsreform!

Heute Sonntag stimmen die venezolanischen Wahlberechtigten über eine Reform der Bolivarischen Verfassung ab. Auch dieser Urnengang spiegelt die heftige Auseinandersetzung zwischen Revolution und Konterrevolution wider. Erstmals jedoch zeigt sich das bolivarische Lager nicht einheitlich: Die Auseinandersetzung zwischen Revolution und Reformismus wird erstmals offen innerhalb der bolivarischen Bewegung ausgetragen.

Kuba: "Ein Blockadetag bedeutet 139 Stadtbusse"

Auf dem großen Schild auf der Mauer heißt es: "Ein Blockadetag bedeutet 139 Stadtbusse“. Es besteht kein Zweifel darüber, dass Kuba an den Folgen der von den USA verhängten Blockade leidet. Obwohl man dem kubanischen Volk lebenswichtige Ressourcen verweigert, hat dieses eine bemerkenswerte Ausdauer und Erfindungsgabe an den Tag gelegt. Man sagt hier: "Todo se resuelve." Für alles gibt es eine Lösung.

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