Federal Mogul-Streik geht in die zweite Runde

In den letzten Wochen spekulierten viele Politiker, Gewerk- schaftsführer und Journalisten lang und breit über "soziale Unruhen" in Deutschland, warnten davor oder wollten die Diskussion darüber schlicht und einfach unterbinden. Dass angesichts der Krise die Arbeiterschaft mitten in Deutschland schon längst von Unruhe erfasst worden ist und die ange- staute Wut gerade auch in der Krise höchst effektiv in disziplinierte und kollektive Aktion umsetzen kann, das hat die Belegschaft des Wiesbadener Automobilzulieferers Federal Modul (ehemals Glyco Metallwerke) in den letzten Tagen unter Beweis gestellt, als sie drei Tage lang die Produktion komplett lahmlegten und die Werkstore besetzt hielten. Der Arbeitskampf war bis Samstag früh befristet und wird nach IG Metall-Angaben am Dienstag mit Beginn der Frühschicht wieder fortgesetzt.

Federal Mogul-Management rekrutiert Streikbrecher

Auch am Freitag, dem dritten Arbeitskampftag, waren die Reihen der Streikenden im Wiesbadener Werk des US-amerikanischen Automobilherstellers Federal Mogul fest geschlossen. Wie berichtet hatten sich am Dienstag über 94 Prozent der IG Metall-Mitglieder im Betrieb für den Streik zur Abwehr von Massenentlassungen ausgesprochen.

"Wir stehen erst am Anfang einer Systemkrise"

Interview mit Alfred Matejka, Betriebsratsvorsitzender bei Federal Mogul Wiesbaden.
Seit Mittwoch früh wird Federal Mogul Wiesbaden bestreikt, nachdem die Gewerkschaftsmitglieder in der Urabstimmung zu über 94 Prozent ihre Bereitschaft zum Arbeitskampf bekundet haben.

Streik bei Federal Mogul in Wiesbaden

Seit den frühen Morgenstunden legt ein Streik die Produktion im Wiesbadener Werk des US-amerikanischen Automobilzulieferers Federal Mogul (ehemals Glyco) lahm. Am Montag und Dienstag hatten sich die IG Metall-Mitglieder im Betrieb in einer Urabstimmung zu 94 Prozent für einen Arbeitskampf zur Durchsetzung eines Sozialtarifvertrags ausgesprochen. Der Abstimmung vorangegangen waren wochenlange Verhandlungen mit der Geschäftsleitung.

Europa in Aufruhr: Gewerkschafter stehen auf

Für den 16. Mai hat der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) zu Aktionstagen gegen die Krise aufgerufen. Großdemonstrationen finden in Brüssel, Berlin, Prag und Madrid statt.
Wir rufen alle unsere LeserInnen und UnterstützerInnen auf, sich an dieser Demo zu beteiligen.

Der Zusammensturz des Kölner Stadtarchivs und das Erdbeben in Italien: Wenn die Erde bebt...

Die Weltwirtschaft wankt. Die Grundfesten unserer Gesellschaft werden von den Schockwellen der kapitalistischen Krise erschüttert. Unter dem Finanzsystem wackelt der Boden. Doch nicht nur durch Entlassungen, Firmenpleiten und Betriebsschließungen fordert die Krise ihre Opfer. Auch die Toten und Verschütteten von Köln und L’Aquila (siehe Foto, Hilfsmaßnahmen im Erdbebengebiet) wurden Opfer der Profitgier.

Streik in der britischen Bauindustrie: Erfolgreicher Kampf gegen Lohndumping und Rassismus

Großbritannien wurde vor einigen Wochen von einer Streikwelle erschüttert. Streiks allerdings, die nicht unbedingt „normal“ sind. Sie haben daher auch in der internationalen Arbeiterbewegung einiges an Aufmerksamkeit erregt. Grund genug, sich auch hierzulande damit zu beschäftigen.

Bahngewerkschaft TRANSNET muss Farbe bekennen: Nein zu Grube! Für einen Neuanfang der Bahn!

Die Initiative Bahn von unten in TRANSNET fordert den Hauptvorstand der Gewerkschaft auf, die Benennung des bisherigen Daimler-Managers Rüdiger Grube zum neuen Bahnchef abzulehnen und auf eine grundlegende Neuausrichtung der Bahn zu dringen.

„Opel darf und wird nicht sterben“

Einen Tag vor der Opel-Aufsichtsratssitzung bekräftigten Betriebsräte und IG Metall am Donnerstag beim europaweiten Opel-Aktionstag ihre Anforderungen an ein Konzept zur Sicherung aller europäischen Standorte von Opel und seiner britischen Schwester Vauxhall durch Ausgliederung aus dem US-amerikanischen Mutterkonzern General Motors (GM). Entsprechende Pläne soll die Geschäftsleitung dem Kontrollgremium am Freitag vorlegen. „Nicht Opel ist das Desaster, sondern General Motors“, erklärte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz vor 15.000 Teilnehmern der zentralen Kundgebung in Rüsselsheim, zu der auch zahlreiche Opelaner aus Bochum angereist waren.

Opel hat Zukunft – in Arbeiterhand! Umsteuern und umrüsten jetzt!

Nun hat die kapitalistische Überproduktionskrise auch die Automobilindustrie voll erfasst. Diese hat weltweit seit 2005 ihre Kapazitäten um 10 Prozent ausgebaut und könnte 66 Millionen Fahrzeuge produzieren. Sie wird 2009 aber wohl nur 50 Millionen verkaufen (FAZ 30.1.09). Bundesweit bangen jetzt rund 26.000 Opelaner ebenso um ihre Arbeit und Zukunft wie zigtausend Beschäftigte der Zulieferindustrie und anderer europäischer Werke.

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