Bahngewerkschaften: Die Streikwelle hat begonnen

Nach dem Platzen der Tarifverhandlungen und dem Ablauf der Friedenspflicht in der letzten Nacht tritt die Tarifauseinandersetzung zwischen den Bahngewerkschaften und der Deutschen Bahn AG nun in eine entscheidende Phase. Reallohnverluste und erhöhte Arbeitshetze haben bei vielen Kolleginnen und Kollegen die Unzufriedenheit gesteigert. In den letzten Jahren ist der Reallohn gesunken und hat die Arbeitshetze zugenommen. Die Gewerkschaften stehen jetzt unter einem gewaltigen Erwartungsdruck ihrer Basis. In der Nacht zum Montag beginnen nun die ersten Warnstreiks.

Telekom-Streik vor dem Ende? Basis warnt vor „faulem Kompromiss“

Während die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft ver.di und der Deutschen Telekom über eine Ausgliederung von rund 50.000 Beschäftigten der Festnetzsparte T-Com in Bad Neuenahr in der entscheidenden Phase angelangt sind, regt sich an der Basis in Hessen Unmut und Widerstand gegen einen möglichen „faulen Kompromiss“.
Mitte letzter Woche hatten Mitglieder der ver.di-Verhandlungskommission bei Streikversammlungen angedeutet, dass es einen konkreten Zeitplan gibt, nach dem bis Ende Juni der Arbeitskampf offiziell beendet werden soll, sobald die Mitglieder ein Verhandlungsergebnis durch Urabstimmung angenommen haben. Um der Arbeitgeberseite „guten Willen“ zu demonstrieren, hatte die zentrale Arbeitskampfleitung angeordnet, dass der Streik „heruntergefahren“ bzw. einzelne Bereiche herausgenommen werden solle.

Es macht uns ein Geschwätz nicht satt

Während sich die ver.di-Tarifkommission am Dienstag für die Wiederaufnahme von Verhandlungen mit der Deutschen Telekom aussprach, setzten die Streikenden ihre Aktivitäten ungebremst fort. So rückten Telekom-Arbeiter aus dem Rhein-Main-Gebiet am Dienstag und Mittwoch mit einer Mahnwache in Hessens Landeshauptstadt Wiesbaden der Politik auf die Pelle und protestieren vor dem Sitz des hessischen SPD-Landesverbandes in Sichtweite des Landtags gegen die Rückendeckung der Bundesregierung für Telekom-Chef René Obermann. Ihr großes Partyzelt vor dem noblen Bürogebäude war bis Mittwochmittag rund um die Uhr besetzt.

"Wir haben nichts zu verlieren"

Fragen an Reiner Keil, Vorsitzender der ver.di-Betriebsgruppe T-Com Darmstadt, über den aktuellen Streik bei der Deutschen Telekom:

„Wer glaubt, einen besseren Service mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hinzukriegen, die länger arbeiten und weniger verdienen, der ist auf den Holzweg. Im Kern geht es um Kostenreduzierung und weiteren Personalabbau.“

Solidarität für den Telekom-Streik – gegen Propagandalügen aus Medien und Politik

Seit Freitag wird bei der Deutschen Telekom unbefristet gestreikt. Telekom-Chef Obermann strebt für 50.000 Beschäftigte Einkommenssenkungen und Verschlechterungen in einer Größenordnung an, wie sie in diesem Land bisher nach dem Krieg nicht vorgekommen ist. Die in Aussicht gestellten neuen Stellen sollen mit monatlich 1450 Euro brutto bezahlt werden; das entspricht einem Stundenlohn von 7,05 Euro und liegt unter dem von den Gewerkschaften geforderten Mindestlohn von 7,50 Euro.

Solidarität mit den Telekom-Beschäftigten - Ihr Kampf ist auch unser Kampf

Mit der am Montag beginnenden Urabstimmung ist ein großer, unbefristeter Streik bei der Deutschen Telekom in greifbare Nähe gerückt. Die Konzernleitung hält unvermindert an ihrer Absicht fest, rund 50.000 Beschäftigte in der Festnetzsparte T-Com und in Call-Centern in eigenständige Unternehmen mit längerer Arbeitszeit und deutlich geringerem Einkommen auszulagern.

Airbus-EADS: Warum und wie bringen uns Verstaatlichungsforderungen weiter?

Der internationale Aufruf für die Verstaatlichung von Airbus/EADS hat hohe Wellen geschlagen und eine breite Debatte in der Linken entfacht. Wir dokumentieren eine im Labournet veröffentlichte Kritik von Joachim Hirsch sowie eine Antwort von Hans-Gerd Öfinger (Redaktion Der Funke).

Geheimgespräche über Weichenstellung für Wiederverstaatlichung der britischen Eisenbahnen?

Während die Parteien der Bundesregierung noch über Details eines Gesetzentwurfs zur Privatisierung der Deutschen Bahn verhandeln, ist in Großbritannien eine mögliche Wiederverstaatlichung der privatisierten britischen Eisenbahnen und Zusammenführung von Fahrweg und Betrieb unter staatlicher Regie wieder in aller Munde. Alle drei Bahngewerkschaften haben solche Überlegungen begrüßt, die in den letzten Tagen in den britischen Medien gemeldet wurden.

"35 Stunden-Woche zäh verteidigen"

Alfred Matejka ist Betriebsratsvorsitzender des Federal Mogul-Werks (ehemals Glyco Metallwerke) in Wiesbaden.
Der Betrieb mit 1600 Beschäftigten ist ein bedeutender Zulieferer für die Automobilindustrie.
Betriebsrat, Belegschaft und IG Metall wehren sich derzeit gegen Versuche des Konzernmanagements, die 35 Stunden-Woche im Werk wieder abzuschaffen.

"Politische Intrigen"

Wir dokumentieren: Norbert Hansen, Vorsitzender der Bahngewerkschaft TRANSNET, im Dialog mit der Initiative Bahn von unten.

1. Schreiben von Norbert Hansen an Bahn von unten vom 19.3.07
2. Antwortschreiben an Norbert Hansen vom 31.3.07

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