Fahrradwerk Bike Systems GmbH Nordhausen seit zwei Monaten besetzt

Hamburger Allee 14 ist eine gute Geschäftsadresse in der Bankenmetropole Frankfurt am Main. Hier residiert die US-amerikanische Investmentfirma Lone Star, die hier- zulande als „besonders aggressive Heuschrecke“ bekannt wurde, weil sie laut Medienberichten durch den Kauf meist unrentabler und notleidender (Immobilien)-Kredite und deren anschließende Verwertung der Kredite ziel- strebig besonders schnell hohe Renditen zu erzielen. Am Donnerstagmittag war die Hamburger Allee durch die Polizei abgesperrt. Die Straße gehörte an diesen Tag aber nicht wütenden und geprellten ehemaligen Immobilien- besitzern, sondern über 100 Beschäftigten des Fahrrad- herstellers Bike Systems aus Nordhausen am Harz. Seit 60 Tagen hält hier die 135-köpfige Belegschaft den Betrieb besetzt, der der LSF Transcontinental, einer 100-Prozent- Tochter von Lone Star gehört.

10 Thesen zum aktuellen Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn AG

Im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn AG (DB) standen die Zeichen Anfang August auf Streik, nachdem sich in einer Urabstimmung der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) 95,8 Prozent der befragten und abstimmenden Mitglieder für einen unbefristeten Arbeitskampf ausgesprochen hatten. Nachdem die GDL-Führung allerdings in letzter Sekunde den Streik ausfallen ließ und in Verhandlungen eintrat, ist das Thema schlagartig wieder aus den Medien verschwunden. Die nachfolgenden 10 Thesen sollen aufzeigen, worum es in diesem Tarifstreit geht, welche Rolle die Akteure spielen und wie dieser Konflikt von der Auseinandersetzung um die angestrebte Kapitalprivatisierung der Bahn ablenkt.

Privatisierungszug rollt an – Notbremse ziehen!

Erwartungsgemäß hat das Bundeskabinett am Dienstag den Gesetzentwurf des Bundesverkehrs- ministeriums für die Privatisierung der Deutschen Bahn AG (DB) abgesegnet. Trotz Kritik von allen Seiten verfolgen die Protagonisten des angedachten Börsen- gangs um Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee und DB-Chef Hartmut Mehdorn das Ziel, möglichst rasch und von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt vollendete Tatsachen zu schaffen und 49 Prozent der Bahnaktien an private Anleger zu verkaufen.

Warnstreiks bei der Deutschen Bahn: Tarif-Aktionismus statt Abwehrkampf gegen Privatisierung

„Alle Räder stehen still, wenn Dein starker Arm es will." Diese alte Parole der Arbeiterbewegung hat sich in den Warnstreiks bei der Deutschen Bahn Anfang Juli bewahrheitet, als Mitglieder der Bahngewerk- schaften TRANSNET, GDBA und GDL in den Morgen- stunden drei Tage lang den Berufs-, Reise- und Güter- verkehr auf der Schiene weitgehend lahm legten. In den Bahnhöfen herrschten für kurze Zeit französische Verhältnisse – mit Massen gestrandeter Fahrgäste, die überwiegend Verständnis für die Streiks zeigten.

Außerordentlicher TRANSNET-Gewerkschaftstag: Blankoscheck für Börsenlobby?

Mit der Annahme eines Leitantrags zur geplanten Privatisierung der Deutschen Bahn AG ging am Mittwoch Abend in Fulda ein außerordentlicher Gewerkschaftstag der Bahngewerkschaft TRANSNET zu Ende. Auf Antrag des Hauptvorstandes beschloss der Kongress nahezu einstimmig „Mindest- bedingungen“ für eine Zustimmung zur Privatisierung und signalisierte damit der Politik „grünes Licht“. Als einziger Gastredner des Kongresses versuchte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), den Delegierten das Bild einer sicheren Zukunft in einer künftigen Börsenbahn zu vermitteln.

Bahngewerkschaften: Die Streikwelle hat begonnen

Nach dem Platzen der Tarifverhandlungen und dem Ablauf der Friedenspflicht in der letzten Nacht tritt die Tarifauseinandersetzung zwischen den Bahngewerkschaften und der Deutschen Bahn AG nun in eine entscheidende Phase. Reallohnverluste und erhöhte Arbeitshetze haben bei vielen Kolleginnen und Kollegen die Unzufriedenheit gesteigert. In den letzten Jahren ist der Reallohn gesunken und hat die Arbeitshetze zugenommen. Die Gewerkschaften stehen jetzt unter einem gewaltigen Erwartungsdruck ihrer Basis. In der Nacht zum Montag beginnen nun die ersten Warnstreiks.

Telekom-Streik vor dem Ende? Basis warnt vor „faulem Kompromiss“

Während die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft ver.di und der Deutschen Telekom über eine Ausgliederung von rund 50.000 Beschäftigten der Festnetzsparte T-Com in Bad Neuenahr in der entscheidenden Phase angelangt sind, regt sich an der Basis in Hessen Unmut und Widerstand gegen einen möglichen „faulen Kompromiss“.
Mitte letzter Woche hatten Mitglieder der ver.di-Verhandlungskommission bei Streikversammlungen angedeutet, dass es einen konkreten Zeitplan gibt, nach dem bis Ende Juni der Arbeitskampf offiziell beendet werden soll, sobald die Mitglieder ein Verhandlungsergebnis durch Urabstimmung angenommen haben. Um der Arbeitgeberseite „guten Willen“ zu demonstrieren, hatte die zentrale Arbeitskampfleitung angeordnet, dass der Streik „heruntergefahren“ bzw. einzelne Bereiche herausgenommen werden solle.

Es macht uns ein Geschwätz nicht satt

Während sich die ver.di-Tarifkommission am Dienstag für die Wiederaufnahme von Verhandlungen mit der Deutschen Telekom aussprach, setzten die Streikenden ihre Aktivitäten ungebremst fort. So rückten Telekom-Arbeiter aus dem Rhein-Main-Gebiet am Dienstag und Mittwoch mit einer Mahnwache in Hessens Landeshauptstadt Wiesbaden der Politik auf die Pelle und protestieren vor dem Sitz des hessischen SPD-Landesverbandes in Sichtweite des Landtags gegen die Rückendeckung der Bundesregierung für Telekom-Chef René Obermann. Ihr großes Partyzelt vor dem noblen Bürogebäude war bis Mittwochmittag rund um die Uhr besetzt.

"Wir haben nichts zu verlieren"

Fragen an Reiner Keil, Vorsitzender der ver.di-Betriebsgruppe T-Com Darmstadt, über den aktuellen Streik bei der Deutschen Telekom:

„Wer glaubt, einen besseren Service mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hinzukriegen, die länger arbeiten und weniger verdienen, der ist auf den Holzweg. Im Kern geht es um Kostenreduzierung und weiteren Personalabbau.“

Solidarität für den Telekom-Streik – gegen Propagandalügen aus Medien und Politik

Seit Freitag wird bei der Deutschen Telekom unbefristet gestreikt. Telekom-Chef Obermann strebt für 50.000 Beschäftigte Einkommenssenkungen und Verschlechterungen in einer Größenordnung an, wie sie in diesem Land bisher nach dem Krieg nicht vorgekommen ist. Die in Aussicht gestellten neuen Stellen sollen mit monatlich 1450 Euro brutto bezahlt werden; das entspricht einem Stundenlohn von 7,05 Euro und liegt unter dem von den Gewerkschaften geforderten Mindestlohn von 7,50 Euro.

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